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Neue Firmenzentrale wächst

Fichtner Nutzfahrzeuge baut im Gewerbegebiet. Im riesigen Gebäude wird auch an Kleinigkeiten gedacht.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

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Hartha. Mächtig gewaltig ist die Baustelle am Eingang des Gewerbegebietes. Ein riesiges Gebäude wächst in die Höhe. An der Frödenberger Straße entsteht ein Werkstatt- und Bürokomplexes der Fichtner Nutzfahrzeuge GmbH. Der Rohbau ist fast fertig. Zurzeit bringt die Firma Weimert Bedachung aus Döbeln die Wandverkleidung an. Die Ostrauer Baugesellschaft, die die Bauleistungen übernimmt, musste wegen der Temperaturen eine Ruhepause einlegen. „Wir liegen aber im Zeitplan. Ich gehe immer noch davon aus, dass wir im Juni oder Juli umziehen können“, so Geschäftsführer Stefan Fichtner (44). Bisher hat die Firma ihre Werkhallen an der Steinaer Straße.

„Mit der jetzigen Betriebsgröße sind wir den Kundenanforderungen nicht mehr gewachsen. Wir sind auch an unserer Kapazitätsgrenze gekommen“, so Fichtner. „Außerdem haben wir schwierige Anfahrtsbedingungen. Größere Spezialfahrzeuge oder Tieflader haben Probleme überhaupt, auf unser Firmengelände zu kommen“, ergänzt er.

Mit dem Neubau erfüllt sich für den 44-Jährigen eine Vision, die ihm schon ewig durch den Kopf gegangen sei. Vor zwei Jahren habe sie begonnen, Gestalt anzunehmen. „Ich habe schon lange damit geliebäugelt, etwas grundlegend zu verändern“, meint er. Deshalb sei an der Steinaer Straße auch immer wieder umgebaut worden. Doch ein Neubau sei dort nicht möglich. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte im September.

Kurue Wege für die Mitarbeiter

Am neuen Standort entsteht eine große Halle mit vier Bereichen: zwei Montagegruben, eine Prüfgrube und eine Stellfläche. „Dazu kommen ein neuer Lagerbereich, Büro- und Sanitärräume“, so der Geschäftsführer. Außerdem werden ein Carport für die Einsatzfahrzeuge der Firma und eine Waschplatte gebaut. Fichtner investiert in das Projekt knapp drei Millionen Euro.

Mit dem Neubau verbessern sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Stefan Fichtner hat bei der Planung viel Wert auf kurze Wege zwischen Lager, Büro und Werkstatt gelegt, um alles effizient zu gestalten. Er hat auch schon einen genauen Plan, wie das Lager und die Werkstatt eingerichtet werden sollen. Dafür hat er sich in anderen Niederlassungen umgeschaut. Auch einen separaten Ölraum mit Wanne gibt es. Die Mitarbeiter können sich über Büros mit einer Lage in südöstlicher Richtung freuen. Der Aufenthaltsraum ist ebenso ausgerichtet.

Wärme der Erde nutzen

Bei der Planung und Umsetzung des Vorhabens wird auf Energieeffizienz geachtet. Auf dem Dach wird sich künftig eine Photovoltaikanlage befinden und das Gebäude mit Erdwärme geheizt. Die entsprechenden Kollektoren liegen unter einem 3 500 Quadratmeter großen Erddamm.

Zurzeit sind noch die Stahlbetonteile des Büro- und Sozialtraktes zu sehen. Die werden später noch mit anthrazitfarben Platten verkleidet und bietet so einen optischen Kontrast zur aralgrauen Werkstatthalle. Ansonsten wird Glas eine große Rolle am neuen Gebäude spielen. So ist es auch auf der Abbildung auf dem Bauschild zu sehen.

„Wir haben viel Wert auf eine schöne Architektur gelegt, die gleichzeitig alle Bedingungen und Vorschriften von Scania erfüllt“, sagt Stefan Fichtner. Er hat bei der Vergabe auf heimische Firmen gesetzt, die es schon länger gibt und die öfter zusammenarbeiten. Dazu gehören neben der Ostrauer Baugesellschaft und Weimert Bedachung unter anderem Stahlbau Martin und die EGH aus Hartha.

Tüv bleibt vorerst am alten Standort

Wenn die Firma im Gewerbegebiet läuft, will sich Stefan Fichtner Gedanken über die Nutzung des alten Areals an der Steinaer Straße machen. Zunächst einmal wird die Tüv-Prüfstelle am alten Standort bleiben. „Die Prüfhalle ist in den letzten Jahren saniert worden. Wie es später einmal weitergeht, wird sich ergeben“, so Fichtner.

Günter Fichtner, der Vater des heutigen Inhabers, hat das Unternehmen im Jahr 1990 gegründet. Nach seiner Lehre stieg Stefan Fichtner ab 1995 Stück für Stück mit in die Firma ein und absolvierte nebenbei eine Meisterausbildung. „Seit dem Jahr 2013 bin ich der alleinige Inhaber“, sagt Fichtner. Er beschäftigt neun Mitarbeiter in der Werkstatt sowie jeweils einen im Lager und im Büro. Außerdem wird ein Jugendlicher zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet. „Ich würde gern auch ab dem kommenden Ausbildungsjahr einen neuen Lehrling einstellen. Im vergangenen Jahr ist mir das leider nicht gelungen“, so Fichtner.

In seinem Unternehmen werden überwiegend Nutzfahrzeuge der Firma Scania repariert und gewartet. Es stehen aber auch Transporter und Traktoren anderer Marken in der Werkstatt. Die Mitarbeiter warten pro Tag wischen zehn und 15 Nutzfahrzeuge. Diese sind hauptsächlich für Speditionen unterwegs, die im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Hartha ansässig sind.