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Neue Löschwagen für den Dresdner Süden

Die Rettungsfahrzeuge werden künftig in Niedersedlitz und Kaitz eingesetzt. Mit 260 PS geht es nun schneller zum Einsatz.

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© André Wirsig

Von Nora Domschke

Am Neuen ist alles ein bisschen größer: die hydraulische Schere und der Spreizer, das pneumatische Hebekissen und vor allem der Motor. Mit den beiden neuen Rettungswagen sollen die Männer und Frauen der Kaitzer und Niedersedlitzer Feuerwehren künftig noch schneller am Einsatzort sein, um bei Verkehrsunfällen und Wohnungsbränden zu helfen.

Gestern übergab Andreas Rümpel, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, den Wehrleitern Diana Bär (Niedersedlitz) und Sven Scholz (Kaitz) die symbolischen Autoschlüssel. Im Innenhof der neuen Rettungswache in der Strehlener Straße konnten die Einsatzkräfte aus den Stadtteilen die beiden Lkw begutachten. Unter deren Motorhauben stecken jeweils 260 PS – das sind gut 20 PS mehr als in den alten Einsatzwagen.

Auf die wartet nun nach mehr als 20 Jahren Einsatz nur noch die Schrottpresse. „Die Fahrzeuge wurden zuerst zehn Jahre von der Berufsfeuerwehr genutzt“, erklärt Rümpel. Nach weiteren zehn Jahren in Kaitz und Niedersedlitz haben sie nun ausgedient, die Technik ist veraltet, an einigen Stellen zeigt sich schon etwas Rost. Mit dem neuen HLF 10 werden nach und nach alle 22 Stadtteilwehren ausgestattet.

Für die Sicherheit im Dresdner Süden sind vor allem die beiden Wachen in Kaitz und Niedersedlitz wichtig. Zu 621 Einsätzen wurden dort die Rettungsmänner und -frauen 2014 gerufen. Allein in Kaitz stehen in diesem Jahr schon rund 150 Notfälle auf der Liste. Doch bislang kostete vor allem die Fahrt von Kaitz den Berg hinauf zur Südhöhe oder in Richtung Bannewitz wertvolle Minuten. „Mit dem stärkeren Motor sind wir künftig etwas schneller“, sagt Sven Scholz. Der 37-jährige Dresdner engagiert sich seit 17 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit vergangenem Jahr leitet er die Wehr im Kaitzer Franzweg. Ebenso frisch im Amt ist seine Niedersedlitzer Kollegin Diana Bär. Seit März ist die 43-Jährige die Chefin in der Wache an der Dorfstraße, doch schon seit 19 Jahren ist sie bei Einsätzen im Dresdner Stadtgebiet unterwegs.

In den vergangenen vier Wochen haben sich die zwei Wehrleiter gemeinsam mit ihren Kollegen mit der neuen Technik vertraut gemacht. Ab 1. Juni sind die Löschfahrzeuge dann richtig im Einsatz. Zwar fasst ihr Tank mit 1 000 Litern rund 600 Liter weniger Wasser, als bei ihren Vorgängern. „Aber das Hydrantennetz in Dresden ist gut ausgebaut“, sagt Sven Scholz. Stattdessen ist nun in den jeweils rund 295 000 Euro teuren Lkw mehr Platz für Werkzeuge, die zum Beispiel bei einem Autounfall benötigt werden. So sind die hydraulischen Geräte wie Schere und Spreizer größer und können deshalb Autokarossen besser aufschneiden, wenn jemand eingeklemmt ist. Mit einem riesigen Hebekissen werden umgestürzte Baustellenfahrzeuge wieder aufgerichtet, mithilfe eines Rettungszylinders versperrte Türen bis zu einem Meter weit aufgedrückt.

In Aluminiumboxen verstaut, können die Werkzeuge künftig schneller und leichter zum Einsatzort transportiert werden. „Das alles spart Zeit“, so Scholz weiter. Besonders groß ist die Freude aber über die geräumigen Fahrerkabinen – bis zu neun Rettungskräfte haben dort nun auch in voller Montur genug Platz.