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Bautzen

Neue Wirte in der Alten Wassermühle

Katrin Ahrlung und Phil Dils haben die Gaststätte in Obergurig übernommen. Dafür gaben sie ein anderes Lokal auf.

Die neuen Pächter der Alten Wassermühle in Obergurig: Phil Dils und Katrin Ahrlung betreiben die Gaststätte an der Spree seit Ende des letzten Jahres.
Die neuen Pächter der Alten Wassermühle in Obergurig: Phil Dils und Katrin Ahrlung betreiben die Gaststätte an der Spree seit Ende des letzten Jahres. © Steffen Unger

Obergurig. Ein eigenes Lokal haben, Gäste bewirten und dabei sein eigener Chef sein. Das war schon immer der Traum von Katrin Ahrlung. „Was Eigenes ist immer schöner“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Phil Dils erfüllte sich die gelernte Fachkraft im Gastgewerbe diesen Traum.

Im vergangenen Sommer übernahmen die beiden das Lokal Morgensonne in der gleichnamigen Gartensparte am östlichen Stadtrand von Bautzen. Doch das erste eigene Lokal haben die beiden mittlerweile wieder abgegeben, um die Traditions-Gaststätte Alte Wassermühle in Obergurig zu pachten. „Die Chance war einmalig. Die Morgensonne war für den Anfang gut, doch eine Gaststätte wie die Alte Wassermühle, das war immer mein Traum“, sagt Ahrlung. Seit Dezember ist der Traum Wirklichkeit. Gemeinsam mit ihrem Freund Dils betreibt sie nun das Lokal an der Spree. Der Pächtervertrag mit der Gemeinde laufe über zehn Jahre.

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Mitarbeiter haben toll mitgezogen

Der Anfang war aber alles andere als einfach. Ein nahtloser Übergang sollte es werden. „Wir wollten nicht, dass die Alte Wassermühle aufgrund des Betreiberwechsels schließen muss. Es war quasi eine stille Übernahme“, sagt die Geschäftsführerin mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Dafür standen die beiden am ersten Arbeitstag bereits am 7.30 Uhr in der Küche, obwohl das Lokal erst um 17 Uhr für die ersten Gäste öffnet. „Wir haben alle Speisen auf der Karte einmal durchgekocht“, sagt Dils. Erst nachts um zwei Uhr habe man die Gaststätte wieder verlassen.

Dass die Mitarbeiter, die sie teilweise von den vorherigen Pächtern Simone und Udo Clement übernommen hatten, so mitgezogen haben, dafür sind Ahrlung und Dils im Nachhinein sehr dankbar. „Auch für sie war es eine Umstellung. Sie haben sich aber auf etwas Neues eingelassen“, sagt Ahrlung. Drei Monate nach der Übernahme funktioniere das Zusammenspiel der Mitarbeiter immer besser. „Wir sind innerhalb kurzer Zeit sehr familiär geworden“, sagt die 38-Jährige. So wurde bereits nach vier Wochen eine gemeinsame Weihnachtsfeier organisiert. „Das macht nach so kurzer Zeit auch nicht jeder“, sagt sie.

Auszubildende kann Lehre fortsetzen

Insgesamt arbeiten nun sieben Angestellte in der Alten Wassermühle. „Drei im Service, drei in der Küche. Außerdem haben wir ein Mädchen für alles“, erklärt Ahrlung. Dazu kommen fünf Pauschalkräfte für die Bewirtung der Gäste, zwei Küchenhilfen sowie ein Aushilfskoch. Auch eine Auszubildende habe man kurzfristig übernommen. Dafür haben Ahrlung und Dils extra einen Ausbildungsschein gemacht. „Das Mädel wollte ihre Lehre nur bei uns fortsetzten“, sagt Ahrlung. „Da konnten wir nicht einfach Nein sagen“, ergänzt Dils.

Und Arbeit sei reichlich vorhanden. „Eine Saure-Gurken-Zeit gibt es in der Alten Wassermühle nicht. Der Dezember war fast unschlagbar. Wir hatten einen sehr guten Umsatz“, sagt Katrin Ahrlung. Das habe vor allem an den vielen Firmenweihnachtsfeiern gelegen. Und auch jetzt im Februar ist die Auftragslage sehr gut. Man habe viele Reservierungen. Erst vergangenen Freitag organisierten die neuen Pächter ein spezielles Abendessen für verliebte Paare zum Valentinstag. „Wir haben auch die ersten Anfragen zu Schuleingangsfeiern, die wir organisieren sollen“, sagt Ahrlung.

Frische Zutaten und Hausmannskost

Die Gäste würden vor allem wegen der Speisen kommen. Der gelernte Koch Dils setzt auf frische Zutaten und Hausmannskost. „Frisch schmeckt einfach besser“, sagt der 25-Jährige. „Die Gäste schmecken den Unterschied. Wir wollen den Gästen deshalb hochwertige Speisen bieten.“ Dafür werden auch Kuchen und Torten selbst gemacht. „Bianca Witte, unser Mädchen für alles, ist dafür zuständig“, sagt Ahrlung. Im Dezember habe Bianca Witte regelmäßig auch einen Quarkstollen gebacken. „Den Gästen hat es geschmeckt. Er kam gut an“, sagt Phil Dils.

Auch Stammgäste aus der Morgensonne seien bereits eingekehrt und hätten gegessen. „Wir haben das Lokal auch mit einem weinenden Auge verlassen“, gestehen Ahrlung und Dils. Beide Lokale zu betreiben, wäre aber nicht möglich gewesen. Dazu würden sie einfach zu viel Herzblut in ihren Beruf stecken und das sei mit zwei Gaststätten nicht möglich. Die Morgensonne soll nun ein Vereinsheim für die Kleingartensparte werden. Doch die Speisen von Ahrlung und Dils kann man wieder in der Alten Wassermühle verzehren.

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