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Neue Wohnungen für 55 Millionen Euro

Seit gestern rollen an der Hepkestraße die Bagger. Neben dem früheren Fotopapierwerk entsteht ein neues Wohngebiet.

Von Tobias Wolf

Mit sattem Brummen springt der Motor des Baggers an. Die Schaufel kratzt über den noch ebenen Boden, füllt Ladung um Ladung Erde in einen Schwerlastkipper. In den kommenden Wochen wird hier die Grube für die Tiefgarage des neuen Pegasus-Wohngebietes an der Hepkestraße ausgehoben. 280 unterirdische Stellplätze und 184 Wohnungen entstehen auf dem Areal zwischen Schmiedeberger Straße und Ex-Mimosa-Fabrik. 55 Millionen Euro investiert Rainer Maas auf der 24 000 Quadratmeter großen Brache. Der Chef der Aaron Gruppe aus Wien hatte vor über zwei Jahren das komplette Gelände des früheren Werks und das benachbarte Areal gekauft. Schon im vergangenen Jahr war der erste Spatenstich erfolgt. Seither wurden die unterirdischen Leitungen für Strom, Wasser und Fernwärme verlegt und der Untergrund für den Neubau vorbereitet.

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Areal künftig kameraüberwacht

Die Bewohner der ersten 108 Wohnungen sollen bis Ende 2015 einziehen können. Die Verbleibenden werden bis Mitte 2017 fertiggestellt, sagt Maas. Auf dem Grundstück entstehen vor allem Drei- und Vier-Raum-Wohnungen sowie 2-Zimmer-Apartments. Dem Investor zufolge ein Konzept für alle: Familien, Paare und Singles. Der Innenhof der Wohnanlage soll parkähnlich angelegt werden und einen Spielplatz erhalten. Besonderen Wert legt Rainer Maas auf die Sicherheit in der neuen Wohnanlage. „Wir werden insgesamt 56 Überwachungskameras auf dem Gelände und in der Tiefgarage installieren“, sagt der 54-Jährige. „Das hat sich schon im früheren Fotopapierwerk bewährt.“ Dank der Aufzeichnungen in der umgebauten Fabrik habe die Polizei mehrere Fahrraddiebstähle aufklären können. Analog dazu wird auch in der neuen Wohnanlage ein Concierge für die Bewohner da sein. Dieser nimmt Pakete an, gießt Blumen im Urlaub oder füttert die Fische im Aquarium und patrouilliert nachts über das Gelände.

Das hat seinen Preis. Durchschnittlich 2 500 Euro pro Quadratmeter kosten die Wohnungen, je nach Lage und Ausstattung. Alle acht Häuser sollen so gestaltet werden, dass sie ohne Stufen zu überwinden, zugänglich sind. Dazu wird jedes Gebäude mit mehreren Aufzügen ausgestattet. Das macht die Wohnungen gegenüber denen im alten Fotopapierwerk deutlich teurer. Da kostete der Quadratmeter noch unter 2 000 Euro. Der Umbau der Fabrik zur Wohnanlage mit 170 Wohnungen ist Maas zufolge inzwischen abgeschlossen.

Bis zur Wende wurden darin hochwertige Fotopapiere für den Weltmarkt produziert, die die DDR gegen Devisen exportierte. Später zog die AOK-Hauptverwaltung Dresden mit 800 Mitarbeitern in den Komplex. Als die Krankenkasse 2007 ihre Zelte abbrach, tauchte ein Eigentumsanspruch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf. Das jüdische Bankhaus Gebrüder Arnhold hatte Anteile an der Fotofabrik besessen, das 1935 von den Nationalsozialisten arisiert worden war. Deren Nachfahren wurden entschädigt.

Auf beiden Grundstücken zusammen gibt es künftig 350 Wohnungen – das ist fast ein neuer kleiner Stadtteil, der von einer guten Verkehrsanbindung sowie nahen Schulen und Einkaufsmöglichkeiten profitiert. Gerade Striesen hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Stadtteile entwickelt, auch weil Dresden immer weiter wächst und als Geburtenhauptstadt Deutschlands gilt.