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Hoyerswerda

Neuer Chef-Ausbilder der Feuerwehrleute

Markus Morgenstern erhielt den symbolischen Schlüssel der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule.

Der Brandcontainer ist eine von vielen modernen Ausbildungseinrichtungen, über die die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule  verfügt.
Der Brandcontainer ist eine von vielen modernen Ausbildungseinrichtungen, über die die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule verfügt. © Foto: Gernot Menzel

Nardt/Elsterheide. Mehr als 200 Feuerwehrleute aus ganz Sachsen bildeten gestern um die Mittagszeit die eindrucksvolle Kulisse bei der Amtseinführung von Brandoberrat Markus Morgenstern als Leiter der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen (LKS) in Nardt. 

Eine Halle, in der normalerweise mehrere Löschgruppenfahrzeuge aufgereiht stehen, war zum Festsaal umfunktioniert und umdekoriert worden.

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Markus Morgenstern ist der dritte Nach-Wende-Leiter der Ausbildungsstätte, die 1973 auf Befehl des Innenministers der DDR errichtet wurde und seit dem 1. Januar 1990 vom Freistaat weitergeführt wird. Er hat die Nachfolge von René Kraus angetreten, der bereits im Oktober letzten Jahres die Amtsleitung der Berufsfeuerwehr in Chemnitz übernommen hat. Von November an war Markus Morgenstern schon mit der kommissarischen Leitung der LKS betraut. Nun ist der 38-Jährige das auch hochoffiziell und somit der „jüngste Leiter einer dem Sächsischen Staatsministerium des Innern nachgeordneten Partner-Behörde“, wie es Innenstaatssekretär Prof. Dr. Günther Schneider gestern formulierte.

Sein beruflicher Werdegang qualifiziert Markus Morgenstern bestens für diesen neuen Job, wie der Staatssekretär betonte. Der gelernte Industrieelektroniker hat an den Universitäten in Göttingen und Darmstadt Chemie studiert. Nach einer Tätigkeit in der Industrie als Chemie-Ingenieur war er von 2013 bis 2015 Brandreferendar am Institut der Feuerwehr in Münster. Von März 2015 an übernahm Markus Morgenstern im Zentrum für Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen unter anderem die Leitung verschiedener Sachgebiete. Im August 2018 wechselte er an die LKS in Nardt, wo er die Abteilung Ausbildung leitete und zugleich stellvertretender Schulleiter war. 

Als neuer Leiter des LKS wird Markus Morgenstern an der bereits auf den Weg gebrachten Weiterentwicklung der Ausbildungsstätte mitwirken. In diese hat der Freistaat in den zurückliegenden Jahren bereits mehr als 28 Millionen Euro investiert. Aktuell liegt die Kapazität bei 160 Lehrgangsplätzen. „Uns ist klar, dass das nicht ausreicht“, erklärte Günther Schneider und skizzierte grob, welche Pläne das Land hat. Noch in diesem Jahr soll die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten durch zusätzliche Unterrichtsräume, zusätzliches Personal und zusätzliche Unterkünfte auf den Weg gebracht werden. Der Bau einer Mehrzweckhalle zur witterungsunabhängigen Ausbildung ist für den Zeitraum 2021/2022 ins Auge gefasst. Eine weitere Ausbaustufe soll laut Innenstaatssekretär im Zeitraum 2024/2025 in Angriff genommen werden. Es geht unter anderem um Unterrichts- und Büroräume sowie Werkstätten. Auch von Internat und Mensa war die Rede. Die Ausbildungskapazität soll gegenüber heute um 100 Plätze steigen.

„Baukörper sind nur eine Basis. Sie können weder Lehrinhalte gestalten noch Unterricht durchführen“, machte Ingolf Höntsch vom Landesfeuerwehrverband Sachsen auf die menschliche Komponente aufmerksam und erklärte, dass er überzeugt sei, dass Markus Morgenstern und seine Mitarbeiter, dafür sorgen werden, dass die Schule ihren Lehrauftrag erfüllt.

„Wir als Land haben die Verpflichtung, den Kameraden im Ehren- und Hauptamt das Beste an Ausbildung, Kameradschaft und Werten zu vermitteln“, betonte Günther Schneider und stellte fest: „Hier in Nardt sind die Möglichkeiten dafür gegeben.“ Das zu hören, freute Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark: „Es tut gut, eine Landesbehörde in der Nähe zu haben.“ Von Markus Morgenstern wünschte er sich, dass dieser als Leiter der LKS die Kontinuität am Standort Nardt fortsetzen und hier seinen Lebensmittelpunkt finden möge.

Innenstaatssekretär Prof. Dr. Günther Schneider (li.) bei der symbolischen Schlüsselübergabe durch die ehemaligen Leiter der Landesfeuerwehrschule, Lutz Fichtner (r./1990-2013) und René Kraus (2.v.r. 2013-2018), an Markus Morgenstern. Der Schlüssel wurde
Innenstaatssekretär Prof. Dr. Günther Schneider (li.) bei der symbolischen Schlüsselübergabe durch die ehemaligen Leiter der Landesfeuerwehrschule, Lutz Fichtner (r./1990-2013) und René Kraus (2.v.r. 2013-2018), an Markus Morgenstern. Der Schlüssel wurde © Foto: Ralf Grunert