merken
PLUS Radebeul

Neuer Pfarrer für Niederau

Drei Jahre war das Pfarrhaus unbewohnt. Nun ist Philipp Frank mit seiner Familie eingezogen.

Weinberge statt Erzgebirge: Philipp Frank ist der neue Pfarrer für Niederau. Mit seiner Frau und den zwei Söhnen ist er ins Pfarrhaus gezogen.
Weinberge statt Erzgebirge: Philipp Frank ist der neue Pfarrer für Niederau. Mit seiner Frau und den zwei Söhnen ist er ins Pfarrhaus gezogen. © Norbert Millauer

Niederau. Endlich wieder Kinderfüße, die durch das Niederauer Pfarrhaus flitzen. Der zweijährige Jonathan tobt gern durchs Dienstzimmer seines Vaters, das gleich neben der Wohnung liegt. Mit Ausblick auf die Kirche. Philipp Frank ist der neue Pfarrer von Niederau. Seit Sonntag offiziell. Da fand seine Ordination statt. „Wir sind sehr herzlich begrüßt worden“, sagt der 35-Jährige, der ursprünglich aus dem Erzgebirge kommt und neben Jonathan noch den einjährigen Benaja und seine Frau Mirjam mitgebracht hat.

Die Familie ist vor einem Monat nach Niederau gekommen. Seitdem heißt es Ankommen, die Gegend erkunden, die Wohnung einrichten. Am Sonntag wird Philipp Frank seinen ersten Gottesdienst im neuen Amt halten. Erst in Gröbern, dann in Niederau. 

Anzeige
Das Rathaus für die Hosentasche
Das Rathaus für die Hosentasche

In diesem Frühling wartet die Stadtverwaltung Radebeul mit einem ganz neuen Angebot für die Einwohnerschaft auf: Die neue Radebeuler Bürger-App.

Als Schwesterkirchgemeinden gehören zu seinem Dienstbereich auch die Kirchen in Oberau, Großdobritz, Gröbern und Weinböhla, an denen er gemeinsam mit Pfarrer Norbert Reißmann tätig ist. Zu seiner Gemeinde gehören aber auch die Kirchen in Oberau, Großdobritz, Gröbern und Weinböhla.

 Ein Vollzeitjob ist das jedoch nicht. Die Stelle ist geteilt: Eine Hälfte ist er Gemeindepfarrer, die andere Jugendpfarrer für den Kirchenbezirk Meißen-Großenhain. Der reicht von Siebenlehn ganz im Süden bis nach Nauwalde im Norden.

Das mit der Jugend passt gut zu ihm. So begann quasi seine Karriere in der Kirche. Denn eigentlich ist er gelernter Werkzeugmechaniker. Doch schon damals hat er viel in seiner Kirchgemeinde mitgearbeitet. Aufgewachsen ist Philipp Frank in Cranzahl bei Annaberg-Buchholz.

 In seiner Gemeinde war er für die Jugendarbeit zuständig und im Kirchenvorstand. So durfte er schon als Laie Gottesdienste halten. „Ich habe dann mehr Lust darauf bekommen“, erklärt er, wie es zum Wechsel kam. 13 Semester studierte er evangelische Theologie in Leipzig, davon zwei Semester an der Hebräischen Universität Jerusalem. 

Danach absolvierte er sein Vikariat in Zwickau. Und die Landeskirche hat ihn nun nach Niederau entsendet. Eine Wahl, mit der der 35-Jährige zufrieden ist. Auch wenn die Gegend für ihn ganz neu sei.

„Wir haben es gut erwischt und freuen uns, wieder auf dem Dorf zu sein und über den großen Pfarrgarten.“ Und er hoffe, sich in die Dorfgemeinschaft einbringen zu können. Noch gibt es nicht viele Kontakte, aber das wird sich entwickeln.

Auch die Arbeit als Jugendpfarrer. Dafür ist ein kleiner Schreibtisch im Jugendbüro in Meißen reserviert. Philipp Frank stimmt sich mit den Mitarbeitern für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ab, übernimmt die Fachaufsicht für den Konfirmandenunterricht im Kirchenbezirk und hält Jugendgottesdienste. Die sind etwas lockerer gestaltet, mit Band oder kleinen Theaterstücken. „Und die Predigt ist mehr auf die Lebenswelt der Jugend zugeschnitten.“

Einer, der sich besonders über den neuen Pfarrer im Nachbarort freut, ist Norbert Reißmann. Der Weinböhlaer Pfarrer hat drei Jahre lang die Vertretung für Niederau übernommen. So lange war die Stelle unbesetzt. Der Personalmangel trifft auch die Kirche. „Selbst in den Großstädten wird es schwieriger, Pfarrer zu finden“, so Reißmann.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.


Mehr zum Thema Radebeul