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Sohlander Brauerei mit Neuheiten

Ronald Rosner hat kräftig in seine Hausbrauerei in Sohland investiert – und sich einen Traum erfüllt.

Besonders beliebt bei Ronald Rosners Gästen ist sein extrahelles Bier, das er seit dem vergangenen Jahr braut. Ein Glas damit hält er in seiner rechten Hand.
Besonders beliebt bei Ronald Rosners Gästen ist sein extrahelles Bier, das er seit dem vergangenen Jahr braut. Ein Glas damit hält er in seiner rechten Hand. © SZ/Uwe Soeder

Sohland. Von Hellgelb über Goldgelb bis Dunkelrot reichen die Farben der Biere, die vor Ronald Rosner auf dem Tresen stehen. Allesamt sind von ihm selbst gebraut. Eine Lieblingssorte hat der Sohlander nicht. „Ich trinke jedes gern“, sagt er schmunzelnd. Bei seinen Gästen laufen zwei Biere besonders gut: „Frauen mögen das Rotblonde sehr. Das ist etwas süßlicher“, berichtet Ronald Rosner. Männer verlangen derzeit hauptsächlich das extrahelle Bier, das er im vergangenen Jahr entwickelt hat.

Die neue Sorte ist nicht die einzige Veränderung in der Hausbrauerei Rosner, die in Nähe des Sohlander Stausees an der Straße nach Taubenheim liegt. Der Mittfünfziger hat kräftig investiert, unter anderem eine neue Küche aus Edelstahl angeschafft. Damit kann er seinen Gästen mehr Gerichte anbieten. Die Speisekarte reicht von Bockwurst über Bratenbrot bis hin zu verschiedenen Steaks. Der Schwerpunkt der kleinen Gaststätte, die Ronald Rosner und seine Frau Kerstin seit fast sechs Jahren betreiben, liegt jedoch nach wie vor auf dem Bier. Dafür wurde ein neuer Tresen mit moderner Technik angeschafft – und mit sechs Zapfhähnen. Denn der Sohlander braut zurzeit sechs verschiedene Biere.

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Auf dem heimischen Herd begonnen

Ronald Rosner ist es gelungen, mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Vor vielen Jahren fing er an, auf dem heimischen Herd Bier zu köcheln. Alles, was man fürs Brauen wissen und können muss, eignete sich der gelernte Koch autodidaktisch an. Freunde und Bekannte, die in den Genuss seiner Kreationen kamen, brachten immer wieder ihre Begeisterung darüber zum Ausdruck. So entschloss er sich, in größerem Maßstab zu brauen und ein eigenes Lokal zu eröffnen. Es steht an traditionsreichem Ort. Denn an dieser Stelle befand sich einst die Brauerei, Limonaden- und Mineralwasserfabrik Paul Rosner. Das war der Urgroßvater des heutigen Besitzers. Von ihm hat Ronald Rosner das Interesse am Brauen geerbt. Das Unternehmen ging 1916 pleite. Danach gab es auf dem Grundstück noch bis Mitte der 80er-Jahre eine Gaststätte. Der Urenkel hat die Tradition wiederbelebt. Einige Jahre lang betrieben er und seine Frau das Brauen und Gästebewirten neben ihren Jobs in der Lausitzer Früchteverarbeitung beziehungsweise einem Pflegeheim. Inzwischen haben sie ihre Anstellungen aufgegeben. „Die Hausbrauerei hat sich so gut entwickelt, dass wir beide davon leben können“, freut sich Ronald Rosner darüber, dass sein Traum wahr geworden ist.

Seine Frau kümmert sich um den Service. Er kocht – und braut ein- bis zweimal pro Woche. Das dauert den ganzen Tag. Schon früh um vier setzt er die Maische an. Etwa zehn Stunden später ist der Brauprozess abgeschlossen und das Bier kann für die zweimonatige Reifezeit eingelagert werden. Obwohl der Sohlander inzwischen über eine halbautomatische Anlage verfügt, ist er beim Brauen immer zugegen und überwacht, dass alles so abläuft, wie es soll. Rund 1 200 Liter Bier braut Rosner jeden Monat. In Fässer und Krüge abgefüllt und ausgeliefert wird lediglich ein ganz kleiner Teil davon; nur für Bekannte. „Das ist zu aufwendig“, begründet der Hausbrauer, der einen Teil des benötigten Hopfens selbst anbaut. Das Gros des Biers geht in seiner Gaststätte über den Tresen. Sie ist Freitag, Sonnabend und Sonntag ab nachmittags geöffnet; nach Vorbestellung für mindestens 15 Leute oder Feiern aller Art auch zu anderen Zeiten. Die anfangs 25 Plätze reichten schon bald nicht mehr aus. Deshalb richteten Rosners einen weiteren Gastraum ein. 45 Leute finden jetzt insgesamt Platz; in den Sommermonaten 50 weitere auf der großen Terrasse. Ein paar Schritte daneben haben die Betreiber der Hausbrauerei einen Parkplatz angelegt.

Dass sein Bier so gut ankommt, erklärt sich Ronald Rosner so: „Es ist ein Geschmackserlebnis“. Im Gegensatz zum industriell hergestellten Getränk wird es nicht filtriert und nicht haltbar gemacht. Das schmecke man. Und sicherlich merkt man dem „Original Rosners“ auch an, dass der Sohlander es mit großer Leidenschaft herstellt. „Das Brauen macht mir immer noch großen Spaß“, betont er.

www.brauereisohland.de