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Nie wieder Rodeln im Leutewitzer Park?

Anwohner und Besucher kämpfen gegen die Umgestaltung. Gestern gab es dazu einen Eilantrag im Stadtrat.

Von Lars Kühl

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Pflegende können einen Antrag bei den StadtApotheken ausfüllen und müssen sich um nichts weiter kümmern.

Die Bagger sollten längst da sein. Doch auch gestern gab es noch keinen Baulärm im Leutewitzer Park, wo seit Anfang Juli im Auftrag des Amtes für Stadtgrün die Böschungen „reguliert“ werden sollten. Die Rechnung hatte das Rathaus allerdings ohne Anwohner und Parkbesucher gemacht. Die liefen Sturm, als die Pläne bekannt wurden, und starteten sogar eine Petition. Darin verlangten sie von Amtsleiter Detlef Thiel, auf die Erd- und Modellierungsarbeiten zu verzichten. Hauptgrund: Wenn die Böschungen flacher werden, sei das beliebte Rodeln im Winter nicht mehr möglich.

Die Linke reichte deshalb zusammen mit SPD und Grüne einen Eilantrag in die gestrige Stadtratssitzung ein. Mit dem Ziel: Die 350 000 Euro teuren Umbau zu stoppen und die Pläne zur Parksanierung erneut prüfen zu lassen.

Doch die Enttäuschung war groß, als Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) den Eilantrag ablehnte. Der Stadtrat könne nicht über die Parksanierung entscheiden, weil er dazu nicht berechtigt sei. „Ich bin selbst dafür zuständig“, sagte Orosz stattdessen und meinte sich als Chefin der Verwaltung. Außerdem liege keine Petition vor. Die Sächsische Zeitung hat die Liste mit den über 30 Unterschriften als Kopie. Im Petitionsausschuss war das Begehren nicht behandelt worden, weil das Schriftstück nicht ausdrücklich an dieses Gremium adressiert war.

Die Unterzeichner drängen darauf, den Leutewitzer Park möglichst in seiner jetzigen Form zu erhalten. „Für uns ergibt sich der dringende Verdacht, dass eine funktionierende Parksituation, die bereits 90 Jahre existiert, mit öffentlichen Mitteln verschlechtert werden soll“, steht in dem Einspruch. „Eine denkmalpflegerische Zielstellung sollte nicht aus angeblich gestalterischen Absichten Vorrang vor den Nutzungsmöglichkeiten der Bewohner haben.“ Auf den 1924 angelegten Plateaus würden die Besucher entspannen, spielen und Sport treiben. Und an den drei Böschungen sei der Andrang von Kindern, die rodeln, schon bei wenig Schnee groß.

Das Grünamt hatte im Vorfeld sogar auf die Bürgerschelte reagiert und war von ersten Plänen abgerückt, die Böschungen völlig verschwinden zu lassen. Sie sollten nur flacher werden. Außerdem hatten sich die Verantwortlichen darauf geeinigt, wertvolle Bäume wie Eschen, Vogel-Kirschen, Linden, Eichen und Ahorn zu erhalten.