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Niederschlesien sucht Steinkohle

In der Glatzer Region ist ein australisches Unternehmen am Bodenschatz interessiert.

K³odzko. In Niederschlesien könnte wieder Steinkohle abgebaut werden. Vor Kurzem wurden erste Bohrungen in der Nähe des Ortes Ludwikowice (Ludwigsdorf) im Kreis K³odzko (Glatz) in Polen gemacht. So wurde mit dem Aufschluss einer Lagerstätte begonnen, so melden polnische Medien. Dem Portal Naszemiasto zufolge werden dort zwischen 80 und 100 Millionen Tonnen Anthrazitkohle vermutet. Sie könnte in den nächsten 20 bis 30 Jahren abgebaut werden. Bergbautreiber ist das australische Unternehmen Coal Holding, dessen Vorstandsvorsitzender Derek Lenartowicz, ein Mann mit polnischen Wurzeln, für das Vorhaben 150 Millionen Dollar einsetzen will.

Die Förderanlage soll nach bisherigen Vorstellungen in drei Jahren den Abbaubetrieb aufnehmen und etwa 2 000 Menschen, darunter ehemaligen Bergleuten aus geschlossenen Gruben um Nowa Ruda (Neurode), einen neuen Job bieten. Die hier gewonnene hochwertige Steinkohle soll offenbar an Stahlwerke in Polen sowie ins benachbarte Tschechien geliefert werden und so kostenintensive Importe ablösen, die nach Beendigung des Grubenbetriebs in den 1990er Jahren notwendig geworden waren.

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Derzeit wird Steinkohle vor allem in Oberschlesien abgebaut. Im 19. Jahrhundert gab es aber beispielsweise viele Steinkohlegruben in Niederschlesien – zum Beispiel im Raum Waldenburg. Dort wurden um 1800 genau 50 Gruben mit 1083 Arbeitern gezählt. (kpl)