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Nieskyer Sauna bleibt heiß

Ende März verabschiedet sich Anke Hänsel aus dem Geschäft. Nachfolger Nick Conrad will umbauen und bereits im Mai neu eröffnen.

© André Schulze

Von Carla Mattern

Das ist eine gute Kunde für die gesundheitsbewussten Saunagänger in Niesky. Wenn Anke Hänsel Ende März den Saunabetrieb aufgibt, ist das nicht das Aus für die Sauna. Sie wird die Schlüssel für den Gesundheitstempel zwar an die Stadtwerke Niesky abgeben. Doch Anke Hänsels letztes Mal Zuschließen ist vor allem ein denkwürdiger Augenblick für die Geschäftsfrau aus See. Die 40-Jährige will mehr Zeit für ihren Sohn haben und sich nach fast 12 Jahren als Saunabetreiberin beruflich verändern. Sie ist Agraringenieurin. Das Aus für die Sauna bedeutet das Schlüssel umdrehen glücklicherweise nicht. Denn es gibt einen Nachfolger.

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Der neue Saunabetreiber ist Fahrschullehrer Nick Conrad. Er geht selbst gern in die Sauna, seit einigen Monaten auch wieder intensiver, wie er erzählt. Dabei hat er auch von Anke Hänsels Plänen erfahren. Da muss doch was zu machen sein! Die Diskussion brodelt schon lange durch Niesky. Im November erreichte sie dann sogar die Stadträte. Einhelliger Tenor: Die Sauna am Waldbad soll nicht schließen. Doch ob sich Interessenten unter den Saunagängern finden, die die Einrichtung als Verein weiterführen? Der Vorschlag kam zwar. Doch wer soll sich den Hut aufsetzen? Die Idee schien ziemlich futuristisch.

Das sind die Pläne von Nick Conrad eher nicht. Er informierte sich, sprach mit den Stadtwerken. Denn die Sauna am Waldbad gehört zu dem Freizeitkomplex mit Waldbad und Eisstadion. Vor Jahren hatten die Stadtwerke die Sauna selbst betrieben, dann abgegeben. Weil die Betreiberin das Handtuch warf, wechselten Gudrun Poprawa und ihre Tochter Anke Hänsel von der Waggonbau-Sauna in die am Waldbad. Schon damals vor sechs Jahren wäre sonst eine Schließung wahrscheinlich gewesen. Fast alle Kunden wechselten damals mit.

Jetzt also springt Nick Conrad in die Bresche. Er freut sich auf die Arbeit, hat Lust auf die neue Tätigkeit. Schon seit 1999 ist der Nieskyer Fahrschullehrer, war damals mit 22 einer der Jüngsten in seinem Metier. Im Dezember 2006 machte er sich selbstständig. Seitdem fahren die Autos mit der auffälligen Werbung für Nicks Fahrschule herum. Manch einer weiß gar nicht, dass der Fahrschul-Nick mit Nachnamen Conrad heißt. Es kämen immer mal Anrufe für Herrn Nick, erzählt er schmunzelnd. Zusätzlich zur Fahrschule hat der 37-Jährige noch das Mietwagengeschäft. Drittes Standbein wird die nun die Sauna. Denn die Fahrschule behält er weiter. „Ich habe gute und fähige Angestellte“, so der Geschäftsmann.

Immer mal was Neues machen, nicht stehenbleiben, auch das sind Gründe, die Sauna zu betreiben. Erstaunlicherweise war Nick Conrad nicht der einzige Interessent. Doch die andere Bewerberin sagte bei den Stadtwerken wieder ab.

So wird also Nick Conrad die Schlüssel übernehmen. Nicht nur Anke Hänsel ist darüber sehr froh. „Ich freue mich sehr für meine Saunagänger, dass es weitergeht“, sagt sie. Im April werden erst einmal Handwerker in der Sauna beschäftigt sein. Nick Conrad will einiges verändern, zusätzliches einbauen, erzählt er. Möglichst schon Anfang Mai will er dann die Sauna neu eröffnen. Er hofft, dass die etwa 130 Stammkunden der Nieskyer Waldbadsauna treu bleiben und auch einige jüngere Nieskyer das Angebot für sich entdecken.