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Nossen hört besser

Claudia Vogler-Bergmann eröffnete eine Geschäft für Augenoptik und Hörakustik. Die junge Frau war Bundessiegerin in ihrem Fachgebiet.

© hübschmann hübschmann

Von Dieter Hanke

Eine feine Sache: Bislang mussten Muldestädter nach Freiberg, Meißen oder Döbeln fahren, wenn sie Geräte der Hörakustik benötigten. Jetzt können sie das in Nossen erledigen. Denn das Familienunternehmen Vogler Augenoptik & Hörakustik, das seit 1975 seinen Stammsitz in Döbeln hat, eröffnete vor Kurzem ein Geschäft auf der Bismarckstraße 30 nahe dem Edeka-Markt.

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Für Leute mit Hörproblemen ist das aber noch in anderer Hinsicht vorteilhaft. Denn die Inhaberin Claudia Vogler-Bergmann ist eine ausgesprochene Expertin auf ihrem Gebiet. Die 37-Jährige, die in Leisnig geboren ist und in Döbeln ein Einser-Abitur hinlegte, machte ihre Ausbildung zur Hörakustikerin in Altenburg (Thüringen) so gut, dass sie 1998 von etwa 300 Auszubildenden in ganz Deutschland als Bundessiegerin ausgezeichnet wurde. 2000 erwarb sie dann den Meisterabschluss. „Natürlich hätte ich auch Naturwissenschaften oder etwas anderes studieren können, doch mich faszinierte dieser Handwerksberuf Hörakustik“, sagt Claudia Vogler-Bergmann. Da sei diese wunderbare Kombination von Wissen und Fertigkeiten um Gesundheit, digitaler Technologie und der Betreuung von Menschen. „Das ist so vielseitig und macht Freude“, so die Döbelnerin. Gerade auch älteren Menschen, die das erste Mal mit einem Hörgerät konfrontiert werden, zu helfen, ihnen vielleicht auch die Scheu vor der Hightech zu nehmen, würde stets eine Herausforderung sein.

Ihrem Vater, der heute als 70-Jähriger noch als Seniorchef im Unternehmen mitarbeitet, hat sie da vieles zu verdanken. „Er hat zwei Meisterabschlüsse, ist Augenoptiker und Hörakustiker, hat in mir schon frühzeitig das Interesse geweckt, die Handwerkertradition weiterzuführen“, sagt sie. Und vor allem auch, sich nicht unterkriegen zu lassen, wenn es mal Schwierigkeiten und Sorgen gibt. Die Hochwasser 2002 und 2013 spielten dem Geschäft in der Döbelner Innenstadt übel mit. „Wir werden deshalb in diesem Sommer erneut dort sanieren und umbauen“, sagt sie.

Auch in der Nossener Einrichtung hat sie Tausende Euro investiert in modernste Messtechnik der Hörakustik, die dem Kunden zugutekommen. „Es ist nicht leicht, sich am Markt zu behaupten. Das Wissen um neueste Techniken und Anwendungsmöglichkeiten ist da sehr wichtig“, sagt die 37-Jährige. So fährt sie auch oft zu Kongressen und Fachtagungen, berät sich mit Herstellerfirmen der Hörakustik.

In der Region fühlt sie sich wohl. „Nossen ist eine schöne Stadt“, sagt sie. Aber ihre Heimatstadt Döbeln schätzt sie auch sehr. „Wir haben Theater, Kino, eine Pferdebahn.“ Seit 2006 ist sie verheiratet, hat eine vierjährige Tochter. Theater, Tanzen und Lesen seien vor allem ihre Hobbys.

Doch vorerst rückt das etwas in den Hintergrund, denn außer in Nossen gibt es auch eine neue Filiale in Leisnig (seit 2012). Da geht es um neue Kunden, die das Familienunternehmen mit ihren neun Mitarbeiter gewinnen will, um die Lehrlingsausbildung. Ihr zur Seite steht in Nossen ihr Bruder Matthias. Der 43-Jährige ist Augenoptikermeister. Seit Mai 2014 wurde das Geschäft um das Sortiment Augenoptik erweitert. Matthias Vogler und Mitarbeiterin Linda Wegener betreuen hier die Kunden, die auch kostenlose Tests zur Überprüfung des Sehvermögens einschließen.

Montags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung werden in Nossen Kunden im Bereich Augenoptik betreut, im Fachbereich Hörakustik ist es dienstags von 9 bis 17 Uhr sowie ebenfalls nach Vereinbarung.