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Oase zwischen üppigen Petunien

Hobby. Die Hochbergers in Großröhrsdorf bringen ihren Balkon mit viel Leidenschaft zum Blühen.

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Von Reiner Hanke

Zwischen Margeriten, üppig wuchernden Petunien, Studentenblumen, Minikoniferien und vielen anderen Blumen haben sich Reinhilde und Werner Hochberger auf ihrem Balkon in Großröhrsdorf ein kleines Paradies geschaffen.

Und das gehört in diesem Jahr mit in die SZ-Gartenolympiade. Die Kategorie „schönste Erholungsoasen“ ist neu, aber nicht weniger spannend. Dort sind Balkons, Terrassen oder Wochenendgrundstücke gefragt, in denen Gemüse kaum eine Rolle spielt. So wie bei Hochbergers. Dort beeindruckt die wuchernde Blütenpracht.

Während Passanten auf der Bischofswerdaer Straße bewundernd die Köpfe heben, schleppen die beiden Blumenfreunde jeden Tag eimerweise Wasser in den ersten Stock. Denn auch in der Wohnung grünt und blüht es. In einer Tonne im Keller sammelt der Rentner das Gießwasser. Das liefert die Natur gratis. Es drückt vom Berg herein und wird abgepumpt: „Sonst wäre das gar nicht bezahlbar“, sagt der Hobbygärtner. Er ist stolz auf sein Blumenmeer. Intensiv widmet sich der frühere Kraftfahrer seit 15 Jahren und seit der Rente noch leidenschaftlicher den Pflanzen: „Das allerwichtigste ist fleißiges Gießen. Anfangs musste ich da auch Lehrgeld zahlen.“

Vor allem bestimmte Koniferen haben unersättlichen Durst und vertrocknen schnell. Aller vier Wochen wird ordentlich gedüngt. Für den Knöterich auf dem Balkon hat Werner Hochberger selbst Kästen aus Holz gebaut. Inzwischen hat das grüne Kraut die kleine Oase eingerahmt und erinnert ein bisschen an ein verwunschenes Schloss. Dort lässt es sich am Klapptisch entspannen: „Wir essen Mittag und Abendbrot auf unserem Balkon, hier spielt sich alles ab“, schwärmt Werner Hochberger. Fast alles zumindest. Denn: Wenn der 68-Jährige nicht auf dem Balkon zu treffen ist, dann im kleinen Gärtchen neben dem Haus oder im Hobbykeller. Dort gibt es für Balkon und Garten immer was zu werkeln. Gerade hat er das Vogelhäuschen aufgefrischt und die Bergmänner für die Weihnachtsdekoration frisch gestrichen. Auch in dem winzigen Garten schauen überall lustige Figuren, Igel, Frösche oder Zwerge verschmitzt zwischen Steinen, Büschen oder Baumpilzen hindurch. Eine Kiefer beschattet das Areal mit Brunnen und Pumpe. Die ist allerdings nur eine Attrappe. „Das war nur ein Dreckhaufen hier“, erinnert sich Hochberger, während seine Frau auf dem Balkon schon wieder zur Gießkanne gegriffen hat.

„Die Koniferen sind aus alten Schrebergärten, die Weinranke habe ich vor kurzem von einem Nachbarn bekommen. Ich sage immer bringt die Sachen her, ich pflanze sie ein.“ Der Hobbygärtner lässt den Blick über Holunder, Flieder und die kleine Sitzecke schweifen. Die hat er aus der schmiedeeisernen Garderobe einer Milchbar gebaut: „Das ist wie Urlaub hier, und wir erfreuen uns daran.“S.15