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Oldtimer mit Motorschaden

Der Magirus der Waldheimer Wehr funktioniert nicht mehr. Er ist zwar noch zu retten. Das kostet aber viel Geld.

© privat

Von Tina Soltysiak

Waldheim/Richzenhain. Das Herz von Florian Richzenhain 11/33/1 streikt. Das Feuerwehrfahrzeug hat einen Motorschaden. „Mindestens eine sogenannte Laufbüchse ist gerissen und muss ausgetauscht werden“, erzählt Holger Miedtank vom Feuerwehrverein Waldheim. Das wird eine teure Angelegenheit. Und die Suche nach dem Ersatzteil gestaltet sich schwierig.

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Denn das Fahrzeug ist schon sehr alt. Baujahr 1939, um genau zu sein. „Es handelt sich um die Drehleiter, kurz DL, 26. Sie war damals das erste Fahrzeug im Landkreis Döbeln, dessen Drehleiter Kraft betrieben war“, so Holger Miedtank. Deshalb war sie begehrt. „Die Kameraden waren mit ihr während der Bombenangriffe auf Leipzig im Einsatz, um Menschen aus den Häusern zu retten“, sagt er. Der Leiterpark lässt sich auf 26 Meter ausfahren, was eine Rettungshöhe von mehr als 20 Metern über Bodenniveau ermöglicht. „Zum Vergleich: Der Teleskopleiterkorb unseres modernen Fahrzeugs erreicht – bei idealem Stand – mit der Masthöhe von 30 Metern eine Arbeitshöhe von bis zu 32 Metern“, erläutert Miedtank.

Die Einsatzzeit der DL 26 in Waldheim und Umgebung erstreckt sich auf die Jahre 1939 bis 1981. „Über die Zahl der Einsätze ist nichts bekannt. Doch zu den größten gehörten zu DDR-Zeiten unter anderem Brände in der alten Brückenmühle in Waldheim oder auch der Kriebethaler Papierfabrik. Dort gab es häufiger Mehl- beziehungsweise Kohlestaubexplosionen“, berichtet Holger Miedtank. 1981 wurde das Fahrzeug offiziell außer Dienst gestellt, wurde bis zur Wende allerdings immer noch für kleinere technische Hilfeleistungen, wie beispielsweise Baumschnittarbeiten, eingesetzt.

Nun braucht der Magirus-Deutz selbst Hilfe. „Im vergangenen Jahr ist der Motor auf dem Rückweg von den Feuerwehrtagen vom Waldheimer Obermarkt zum Depot in Richzenhain kaputt gegangen. Es hat eine ordentliche Wolke an Wasserdampf gegeben. Aber Kamerad Matthias Zschaage ist es gelungen, den Oldtimer bis in die Halle zu fahren“, so Miedtank.

Seitdem hat sich ein Experte den Motor angesehen. „Außer der Laufbüchse sind noch weitere kleine Dinge kaputt. Weil das Fahrzeug so alt ist, ist die Ersatzteilsuche nicht so leicht. Entweder es gibt keine, oder nur zu horrenden Preisen.“ Ein Unternehmen mit Sitz in England habe ein Angebot „über einen mittleren vierstelligen Betrag“ unterbreitet. Problem: Die Kameraden müssten einen ganzen Satz Laufbüchsen kaufen – sechs Stück. „Wir schauen, ob wir eine preisgünstigere Alternative finden oder jemanden, der uns die Teile fertigt“, so Miedtank. Stress machen sich die Mitglieder des Feuerwehrvereins nicht. „Die alte Dame wird 2019 80 Jahre. Unser Ziel ist, sie in dem Jahr wieder bei den Feuerwehrtagen präsentieren zu können. Bis dahin soll sie wieder selbstständig fahren.“

Die DL 26 besteht zu fast 100 Prozent aus Originalbauteilen. „Sie ist damit eine echte Rarität“, so Miedtank, der hofft, dass der Verein finanzielle Unterstützung von Bürgern erhält. Dann würde sich der Kreis schließen. „Denn auch 1939 ist die Anschaffung nur durch Spenden von Privaten möglich gewesen. Es ist nicht eine Reichsmark öffentliches Geld geflossen.“

Spendenkonto: Freiwillige Feuerwehr Waldheim, IBAN: DE82 8605 5462 0031 0107 65, Stichwort: Spende DL 26; Bei Angabe von Name und Anschrift können Spendenquittungen ausgestellt werden.