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Opposition vor CDU-Wand

"Ich werde auf den 100 Mark sitzen bleiben", kommentierte Kreisrat Manfred Mirowsky (Freie Wähler) die Abstimmungsergebnisse für die Wahl des Verwaltungsrates der Sparkasse Freital-Pirna. Die Opposition...

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"Ich werde auf den 100 Mark sitzen bleiben", kommentierte Kreisrat Manfred Mirowsky (Freie Wähler) die Abstimmungsergebnisse für die Wahl des Verwaltungsrates der Sparkasse Freital-Pirna. Die Opposition im Kreistag hatte alles versucht, einen Mann aus ihren Reihen für das höchste Gremium des Geldinstitutes zu nominieren; auch Mirowsky. Vergeblich.
Das war bereits im ersten Verfahren sowohl im Kreistag des Weißeritzkreises als auch im Parlament des Landkreises Sächsische Schweiz gescheitert. Auf Grund von Formfehlern musste nun der ganze Akt wiederholt werden, und die Opposition hegte erneut die Hoffnung, die CDU-Mehrheits-Fraktion möge nachgeben. Doch ihr Stimm-Block stand wie eine Wand.
Als dann die Christdemokraten als sachkundigen Bürger für den Verwaltungsrat die Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU) vorschlugen, kam von der Gegenseite nur noch Gelächter. Frau Dombois findet daran allerdings gar nichts lustig: "Ich habe wirklich genug zu tun, dass ich das nicht auch noch machen müsste." Aber die schwierige Situation hätte sie zu dem Schritt bewogen, sagte sie zu SZ. Sie wolle die Wirtschaft unterstützen.
In Gesprächen mit Unternehmern wäre Kritik geäußert worden. Seit der Fusion der beiden Sparkassen würde der Weißeritzkreis offensichtlich nicht mehr so bedacht. Lange Wege und Bearbeitungszeiten wären genauso Kritikpunkte wie die Berücksichtigung bei Krediten, nannte Andrea Dombois Beispiele. Das verändern zu helfen, den Prozess der Fusion ein Stück weit zu begleiten, wäre ihr Ziel.
Dass die CDU damit alle fünf Mandate für den Verwaltungsrat aus dem Weißeritzkreis besetzt, muss die Opposition schlucken. Alle hiesigen Vertreter in der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Freital-Pirna, die letztlich das Gremium wählt, wurden per Kreistags-Beschluss verpflichtet, für die nominierten Personen zu stimmen. Ein Umstand, der Kreisrat Manfred Mirowsky nicht schmeckt: "Ich fahre nach Pirna, gebe meine Einheitsstimme ab und kriege dafür noch 100 Mark." Wenn er schon seinen Verstand zu Hause lassen kann, nimmt er wenigstens das Herz mit: Er spendet diese 100 Mark wie manch andere Aufwandsentschädigung auch - zur Freude seiner Vereine. Im Vorjahr schenkte er als Bürgermeister von Schmiedeberg der Feuerwehr eine Vereinsfahne für rund 7 500 Mark. (SZ/Schaks)

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