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Bunte Ostergrüße gegen die Einsamkeit

Zwei Hainewalder Familien basteln in kürzester Zeit über 400 Osterkarten. Die sind für Menschen, die nicht übers Internet mit anderen in Kontakt bleiben können.

Tom Hänisch, Anika Jäckel und Lara Hänisch. (v. l. n. r.) haben schon Bastel-Erfahrung: Mehr als Malfarbe, Fineliner und einen ihrer Finger brauchen sie für die kleinen Kunstwerke nicht.
Tom Hänisch, Anika Jäckel und Lara Hänisch. (v. l. n. r.) haben schon Bastel-Erfahrung: Mehr als Malfarbe, Fineliner und einen ihrer Finger brauchen sie für die kleinen Kunstwerke nicht. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Lara und Tom Hänisch und Anika Jäckel denken nicht lange nach. Als Anikas Mutter sie bittet, Osterkarten für die älteren Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Großschönau zu basteln, sagen sie spontan zu.

Birgit Jäckel hatte zuvor mit dem Großschönauer Pfarrer Gerd Krumbiegel darüber gesprochen. Da der Gottesdienst in der Kirche derzeit ausfallen muss, gibt es in der Gemeinde als Ersatz Videogottesdienste übers Internet. Auch zu Ostern wird das so sein. Aber damit erreiche man nicht alle Mitglieder, sagt Gerd Krumbiegel. Besonders die ältere Generation habe oft Schwierigkeiten mit dem Internet. Für diese Gemeindemitglieder haben er und seine Mitarbeiter zum Osterfest einen Sondergemeindebrief zusammengestellt.

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Als Birgit Jäckel davon hört, hat sie sofort einen weiteren Einfall und bietet an, zusätzlich hübsche Osterkarten herzustellen. "Mit etwas Selbstgebastelten ist das Ganze noch netter", findet sie. Außerdem könne eine bunte Karte durchaus ein kleines Gegengewicht zu den nicht immer guten Nachrichten dieser Zeit sein. Sie fragt also bei Tom, Anika, Lara und einigen anderen nach, ob sie mitmachen wollen. "Da kam sofort ein fröhliches Ja". sagt sie. 

Die Hainewalder Jugendlichen basteln auch sonst ziemlich viel und haben entsprechende Erfahrung. Nun machen sie das eben nicht gemeinsam, sondern jeder bei sich zu Hause. Schon nach kurzem Stöbern im Internet finden sie das Richtige und fangen an, Küken, Frösche und bunte Schmetterlinge aufs Papier zu bringen. Mehr als Malfarbe, Fineliner und einen ihrer Finger brauchen sie für die kleinen Kunstwerke nicht. Zum Schluss falten sie das Papier, schreiben einen kurzen Ostergruß dazu und fertig ist die Karte. 

Das geht rasend schnell. Nur drei Abende später haben die Beteiligten insgesamt weit über 400 Osterkarten hergestellt. "Das ist ne´ coole Aktion", sagt Lara Hänisch. Mit ganz einfachen Mitteln könne man so anderen eine Freude schenken. Das finden sie und die anderen gerade jetzt sehr wichtig. Vielen Menschen machen die fehlenden Besuche sehr zu schaffen, wissen sie. Da sei es schön, wenn man weiß, dass jemand an einen denkt.

Durch ihren großen Einsatz können erheblich mehr Menschen einen bunten Ostergruß bekommen als ursprünglich gedacht. Das sind alle Gemeindemitglieder, die über 80 Jahre alt sind und dazu viele Bewohner der Altenpflegeheime in den Orten der Kirchgemeinde.

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Inzwischen sind fast alle Karten bei den Empfängern, sagt Pfarrer Gerd Krumbiegel. Er sei angerührt von der Hilfsbereitschaft der beiden Familien. Viele Menschen seien derzeit besonders in den Heimen sehr einsam. "Die Familien Hänisch und Jäckel haben sich das zu Herzen genommen und etwas dagegen unternommen", sagt er. Dafür könne er gar nicht genug danken.

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