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Ostrauer sorgen in ihrem Ort für Ordnung

Bei der Frühjahrsputzaktion wurde eine Menge Müll neben den Straßen aufgesammelt. Die Sicherheit kam nicht zu kurz.

Jens Teuchert und seine Tochter Josephine nehmen zum ersten Mal am Ostrauer Frühjahrsputz teil.
Jens Teuchert und seine Tochter Josephine nehmen zum ersten Mal am Ostrauer Frühjahrsputz teil. © Lars Halbauer

Von Rasmus Wittrin

Ostrau. Auf dem niedrigen Hang neben der Zufahrtsstraße zu den Ostrauer Kalkwerken finden Johann und seine ältere Schwester Josephine vieles, was da nicht hingehört. Metallteile, ein alter DDR-Eierbecher, Folien, sogar einen ganzen Klodeckel mussten sie schon wegräumen. Vater Jens Teuchert entdeckt mehrere Glasflaschen und auch Scherben. Was bei anhaltender Trockenheit durchaus Brandgefahr bedeutet, sagt Teuchert.

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„Das Aufräumen an sich macht mir zwar keinen Spaß. Aber ich weiß, dass es der Umwelt hilft, deshalb mache ich es“, sagt der elfjährige Johann. Würden alle so denken, bräuchte es den Ostrauer Frühjahrsputz gar nicht, der am Samstagvormittag zum dritten Mal von der Stadt organisiert wird.

So aber ist die Müllsammel-Aktion mittlerweile „zur Tradition geworden“, sagt Bürgermeister Dirk Schilling nicht ganz ohne Stolz. Auch in diesem Jahr beteiligen sich trotz der Corona-Pandemie rund 30 Bürgerinnen und Bürger, um ihre Stadt und die kleineren Ortsteile zu säubern.

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Damit die Abstandsregeln eingehalten werden, sind nur kleine Gruppen unterwegs. Ausgerüstet mit blauen Säcken und Greifzangen des Bauhofes ziehen die Müllsammler für knapp drei Stunden los. Am Ende werden die vollen Säcke vom Bauhof eingesammelt.

Besonders viel Abfall liegt häufig in den Straßengräben entlang der B 169 und an Kreuzungsbereichen, sowie im Gewerbegebiet, wo die Lkws parken, sagt Bürgermeister Schilling. Aber auch Radwege seien betroffen, insbesondere, wenn nicht direkt neben einer Bank ein Mülleiner steht.

Jens Teuchert kann für so etwas kein Verständnis aufbringen. Er ist mit seinen Kindern das erste Mal bei der Aufräum-Aktion dabei, hat aber schon mehrfach darüber nachgedacht, in Eigeninitiative etwas ähnliches zu organisieren. „Alles, was hier an Kunststoffzeug rumliegt, braucht zehn hoch vier Jahre, bis es verrottet. Und bis dahin wird es irgendwo im Feld untergeackert und landet in unseren Mägen“, sagt der Ostrauer.

Dass das Aufräumen so wichtig ist, hat auch Tochter Josephine erkannt. Mit dem Wissen, etwas Gutes zu tun, macht die Arbeit dann auch gleich Spaß: „Man fühlt sich gut dabei, weil man weiß, dass man der Umwelt helfen kann.“

Mit vorbereitet wurde das gemeinschaftliche Aufräumen von der Sekretärin des Bürgermeisters, Denise Pönitz. Sie startete unter anderem auf Facebook einen Aufruf, sich an der Aktion zu beteiligen — und das, obwohl sie sich gerade in Reha befindet, erzählt Schilling.

Die Anregung zum ersten Frühjahrsputz vor zwei Jahren kam von einer Familie aus dem Ortsteil Pulsitz. Seitdem ist Schilling jedes Jahr wieder dankbar für die Unterstützung seitens der Bürgerinnen und Bürger.

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