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B 97: „Wir brauchen die Ortsumgehung“

Der Ottendorfer Ortschaftsrat hatte sich für einen Planungsstopp der Umfahrung ausgesprochen, sie bringe kaum Vorteile. Anwohner sind anderer Meinung.

Auf der B 97 in Ottendorf-Okrilla sind Tag für Tag Tausende Fahrzeuge unterwegs. Anwohner fordern deshalb den Bau einer Umgehungsstraße.
Auf der B 97 in Ottendorf-Okrilla sind Tag für Tag Tausende Fahrzeuge unterwegs. Anwohner fordern deshalb den Bau einer Umgehungsstraße. © Archivfoto: Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla. Die Verlegung der B 97 aus Ottendorf-Okrilla ist eines der größten Vorhaben, das im Bundesverkehrswegeplan für das Rödertal vorgesehen ist. Derzeit wird das Projekt geplant, die Bauarbeiten beginnen frühestens in zehn Jahren. Jetzt ist in Ottendorf eine Diskussion über den Nutzen der geplanten Straße entbrannt.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat vor einigen Wochen eine Voruntersuchung abgeschlossen und darin zwei Varianten beschrieben: eine Trasse, die östlich um Ottendorf-Okrilla führt und eine andere, die westlich verläuft. Bei beiden Trassen entfällt die Anschlussstelle Hermsdorf. Es entsteht eine neue bei Weixdorf. Das Lasuv sieht nach der Untersuchung leichte Vorteile für die Westumfahrung. 

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Wenige Tage später der Paukenschlag: Der wichtige Ottendorfer Ortschaftsrat sieht kaum Vorteile einer Umfahrung. Nach Ansicht der Ortschaftsräte sollte es weder eine Ost- noch eine Westumfahrung noch eine andere Trasse geben, heißt es in einer Stellungnahme.

Gegen diese Position formiert sich jetzt Widerstand. Vor allem Anwohner der lärmgeplagten Königsbrücker Straße, über die die B 97 verläuft, melden sich zu Wort. Sie fordern, an dem Projekt festzuhalten. „Wir leben seit neun Jahren gern in Ottendorf-Okrilla. Allerdings leiden wir unter dem Verkehrslärm, den Abgasen und dem Feinstaub“, sagt Raoul Markus. Vor allem aber sorgt er sich um seine Kinder. „Der starke Schwerlastverkehr stellt eine Gefahr für sie dar.“ Die Familie setzt sich deshalb für das Straßenbauprojekt ein. Die Ostumfahrung ist für sie eine gute Lösung, da sie nicht durch bewohntes Gebiet führt.

Die geplante Ortsumfahrung in östlicher und westlicher Variante.
Die geplante Ortsumfahrung in östlicher und westlicher Variante. © SZ-Grafik

Auch Christian Großmann ist für den Bau der Umgehungsstraße. Durch den starken Durchgangsverkehr leide die Gesundheit, sagt der Anwohner der Königsbrücker Straße. „Wir brauchen die Entlastung dringend. Es darf so nicht weitergehen. Zumal der Verkehr auf der Bundesstraße nach den Berechnungen noch ansteigen wird.“ Er tritt für die vom Lasuv vorgesehene Schließung der Autobahnauffahrt Hermsdorf ein. „Das Argument, sie ist für die Anbindung des Industriegebietes notwendig, lasse ich nicht gelten. Über die Anschlussstelle Ottendorf ist es sehr gut möglich zu den dort ansässigen Unternehmen zu gelangen.“ 

Unterschriftensammlung geplant

Aus Gesprächen wisse er, dass zahlreiche Ottendorfer für eine Umgehungsstraße sind. „Wir werden uns stärker zu Wort melden und eine Bürgerinitiative gründen. Auch eine Unterschriftensammlung ist geplant. Es darf nicht der falsche Eindruck entstehen, dass ganz Ottendorf gegen die Umfahrung ist.“ Er selber hat bereits einen offenen Brief an Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) geschickt, in dem er seine Positionen schildert. „Außerdem weiß ich von einer Familie, die Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer um eine Fortführung der Planungen für die Umgehungsstraße bittet.“

Der Ortschaftsrat von Ottendorf hatte argumentiert, dass Ost- und auch Westtrasse die Hauptziele der Straßenplanung verfehlen. „Es wird weder eine Entlastung des Ortes vom Straßenverkehr geben noch verringert sich die Fahrzeit zwischen Dresden und Hoyerswerda“, sagte Ortsvorsteherin Andrea Ohm (CDU). Nach ihrer Einschätzung werde in einigen Teilen von Ottendorf-Okrilla der Verkehr sogar zunehmen. „Durch die geplante Verlegung der Autobahnausfahrt Hermsdorf in Richtung Weixdorf verlängert sich der Fahrweg für Ottendorfer zur A 4. Sie sind also länger im Ort mit dem Auto unterwegs, beispielsweise auf der Radeburger Straße.“ Besonders Hermsdorf würde unter neuen Verkehrsströmen leiden. Auch gibt es aus ihrer Sicht keine Verkürzung der Fahrzeit zwischen Dresden und Hoyerswerda. Autofahrer sollten die Strecke über die Abfahrt Burkau und die gut ausgebaute S 94 wählen.

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