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Radeberg

Ottendorf plant drei neue Wohngebiete

In gleich drei Ortsteilen soll Bauland erschlossen werden. Bis dort gebaut wird, wird es aber wohl noch einige Zeit dauern.

Bis Oktober vorigen Jahres waren in den Ställen in Ottendorf-Okrilla noch Kühe untergebracht. Nun sollen sie, ebenso wie die anderen Gebäude auf dem Gelände, Wohnhäusern weichen.
Bis Oktober vorigen Jahres waren in den Ställen in Ottendorf-Okrilla noch Kühe untergebracht. Nun sollen sie, ebenso wie die anderen Gebäude auf dem Gelände, Wohnhäusern weichen. © Matthias Schumann

Ottendorf-Okrilla. Baugrundstücke in Ottendorf-Okrilla sind heiß begehrt. Ende Februar hat die Gemeinde sogar extra eine Verlosung organisiert, damit alle Interessenten die gleiche Chance auf ein Grundstück im neuen Wohngebiet „Wachberg Süd“ haben. Nun hat der Gemeinderat die Schaffung von drei weiteren Wohngebieten in Ottendorf-Okrilla, Grünberg und Medingen beschlossen. Bis dort die ersten Bagger anrücken, wird es aber noch dauern.

Das liegt unter anderem daran, dass die Planverfahren umfangreich und zeitaufwendig sind. Gemeindeverwaltung und Gemeinderat seien jedoch daran interessiert, dass alles so schnell wie möglich erledigt werde, sagt Bürgermeister Michael Langwald. Eine Prognose, wann gebaut werden könnte, möchte er aber nicht abgeben. 

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Bei zwei der drei neuen Wohngebiete hat die Gemeinde darauf aber einen gewissen Einfluss, da sich ein Großteil der Flächen in ihrem Eigentum befindet. Ottendorf-Okrilla kann deshalb nicht nur planerisch Bauland entwickeln, sondern es auch selbst erschließen und aktiv anbieten.

Platz für 12 Eigenheime in Grünberg

Ein neues Wohngebiet soll an der Thomas-Müntzer-Straße in Grünberg direkt neben dem Spielplatz entstehen. Dabei handelt es sich um eine Fläche, für die bereits 1991 durch die damals noch eigenständige Gemeinde Grünberg ein Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst, das Planverfahren begonnen und durch die Gemeinde Ottendorf-Okrilla fortgeführt wurde. 

Aufgrund der Größe des Gebietes sei man damals aber auf massiven Widerstand gestoßen, erklärte Elke Findeisen aus dem Ottendorfer Bauamt in der Sitzung des Gemeinderats. Deshalb sei das Gebiet auf 10.000 Quadratmeter verkleinert worden. Die Beschlüsse wurden mit dem neuen Aufstellungsbeschluss aufgehoben.

Insgesamt sollen auf der Fläche, die derzeit größtenteils als Ackerfläche genutzt wird, etwa zwölf Einfamilienhäuser entstehen. Außerdem ist vorgesehen, den vorhandenen Spielplatz um einen Bolzplatz zu erweitern und eine Fläche für die perspektivische Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses mit Feuerwehrgerätehaus zu sichern. Letzteres werde, wenn es denn dazu kommt, aber erst in einigen Jahren passieren. Wenn es nicht gewünscht oder notwendig werde, könne diese Fläche dann immer noch umgenutzt werden, sagt der Bürgermeister.

Stallungen machen Platz für Wohnhäuser

Der zweite Bebauungsplan, der von der Gemeinde aufgestellt wurde, umfasst eine 3.300 Quadratmeter große Fläche an der Straße „An der Medger“ in Medingen. Dort sollen etwa fünf neue Einfamilienhäuser entstehen.

Das größte der neuen Wohngebiete soll auf dem Gelände der Agrarcentrum Grünberg Landwirtschaftliche Produktions- und Handels GmbH & Co. KG an der Straße „Am Farrenberg“ in Ottendorf-Okrilla entstehen. Das Areal mit einer Gesamtfläche von circa 1,69 Hektar bietet Platz für 20 bis 25 neue Bauplätze. Dafür sollen die dort bestehenden Stallanlagen und landwirtschaftlich genutzten Einrichtungen abgerissen werden. 

Wie Peer Jurack, Geschäftsführer des Agrarcentrums Grünberg, erklärt, habe man im Oktober vorigen Jahres die letzten Kühe aus den Ställen geholt. Seitdem stehen diese leer. Die Siloanlagen und der Bergeraum würden derzeit aber noch weiter genutzt. Mit dem Abriss und der Umnutzung des Areals als Wohngebiet wolle man verhindern, dass ein Schandfleck entstehe. Ohnehin sei die Lage inmitten der Wohnbebauung problematisch gewesen.

Abriss wird teuer

Gemeinsam mit einem potenziellen Investor arbeite man nun an den Planungen, wie es mit dem Gelände weitergeht. Findeisen erklärte in der Ratssitzung, dass dessen Erschließung aufgrund der Größe auch in mehreren Bauabschnitten erfolgen könnte. Damit kämen nicht auf einen Schlag so viele Grundstücke auf den Markt. 

Das Problem dabei: Bei den Ställen aus den 50er-Jahren wurde Asbest verbaut, was den Abriss teuer macht. Die Beseitigung der Betonflächen ist ebenfalls ein großer Aufwand. Damit der sich lohnt, muss ein entsprechend großer Teil des Areals verkauft werden. Man werde nun abwarten, welche Vorstellungen die Gemeinde habe, sagt Jurack. Er rechnet damit, dass es zwei bis drei Jahre dauern werde, bis auf dem Gelände etwas passiert.

Darüber dürfte man in der Gemeindeverwaltung nicht ganz unglücklich sein. Schließlich müssen für den Zuzug weiterer Einwohner, unter denen sich sicher einige Kinder befinden, auch infrastrukturelle Voraussetzungen wie beispielsweise Kita-Plätze geschaffen werden.