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Pfadfinder bevölkern Bad Sonnenland

Die blauen Klufthemden und blau-gelben Halstücher waren am Pfingstwochenende nicht zu übersehen. Nicht ohne Grund.

Claudius (M.) als Abelix stimmt die Teilnehmer des sächsischen Pfadfinder-Treffens in Bad Sonnenland bei Moritzburg auf das Geländespiel „Suche nach dem Druiden Mirakulix“ ein.
Claudius (M.) als Abelix stimmt die Teilnehmer des sächsischen Pfadfinder-Treffens in Bad Sonnenland bei Moritzburg auf das Geländespiel „Suche nach dem Druiden Mirakulix“ ein. © Norbert Millauer

Moritzburg. Moritzburg erlebte am Wochenende eine Premiere. Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der sächsischen Pfadfinder gab es ein Zeltlager mit über 180 kleinen und großen Pfadfinerinnen und Pfadfindern. Wie der Leipziger Christian Zabel sagte, kamen diese aus allen Himmelsrichtungen: Aus Dresden, Taucha, Leipzig, Oschatz, Pirna und Chemnitz. 

Auf dem Campingplatz Bad Sonnenland und in den umliegenden Wäldern gestalteten die Mädchen und Jungen ihr diesjähriges Landespfingstlager. Das findet alle zwei Jahre an einem anderen Ort statt. Das Vorhergehende am Schloss in Gersdorf. Diesmal nun also in Moritzburg.

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„Unsere Lagerleitung hat ungefähr zehn Campingplätze in ganz Sachsen angeschrieben“, sagt der Leipziger. „Aber entweder sie waren belegt oder sind schlicht und einfach nicht für so viele Menschen ausgelegt.“ Zudem kennen einige Pfadfinder Moritzburg schon von vorangegangenen Aufenthalten. „Der Campingplatz Bad Sonnenland liegt in einer sehr schönen Umgebung, die wir gerne bewandern“, ergänzt der diplomierte Grafikdesigner.

Nach Anreise und Aufbau am Freitag gab es am Sonnabendvormittag ein Geländespiel, um einen gewissen Druiden zu suchen. Denn beim diesjährigen Lager drehte sich alles um Osterix und Abelix. 

Danach gingen die Pfadfindersippen auf Hajk – eine 24-Stunden-Wanderung mit Übernachtung in der Umgebung von Moritzburg und natürlich mit Aufgaben, die gelöst werden mussten. Die Kleinen, die Wölflinge, hatten in dieser Zeit jede Menge Spaß auf dem Gelände am Teich. Auch für den Sonntag hatten sich die Organisatoren für den Pfadfinder-Nachwuchs einiges einfallen lassen.

Gemeinsam wurde dann der Abend mit der Jubiläumsfeier des Landesverbandes vorbereitet. Zum Abschlussfest gab es viel selbst gemachtes Programm. Wie die Gallier wurde mit Wildschwein und Gesang gefeiert. Es gab die Krönung der schönsten Verkleidung, Tanz mit Livemusik, Lagerfeuer und Rückblicken aus den 25 Jahren Geschichte des Landesverbandes Sachsen, die jeder Stamm (Ortsgruppe) vorbereitet hatte und auch vorführte.

Der 1994 gegründete Landesverband gehört zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder BdP e. V. und ist Mitglied im Ring deutscher Pfadfinderverbände. Die blau-gelben Halstücher und dunkelblauen Klufthemden der Mitglieder waren am Wochenende in und um Moritzburg häufig zu sehen.

Eine starke Entwicklung, so Christian Zabel, hat der Landesverband vor allem seit 2015 erlebt. Damals trafen sich Pfadfinder aus dem Landesverband Rheinland-Pfalz/Saar mit der Leitung des Leipziger Stammes LEO, um einen Plan für die Ortsgruppe zu entwerfen. „Ab da war alles anders: Ein paar wenige Leute waren am Start, dafür mit ganz viel Motivation und Unterstützung von den alten Hasen aus Rheinland-Pfalz.“ 

Ein Jahr später fuhr eine Delegation aus Sachsen ins dortig Pfingstlager und kam mit der Idee zurück, fünf neue Stämme in Sachsen zu gründen und aufzubauen. „Es sprach sich herum, und es fanden sich Menschen, die Bock darauf hatten, mehr für die Sachsen zu tun. Das Projekt ,Wachsen in Sachsen‘ wurde ins Leben gerufen.“

Im Jahr 2017 gründet sich in Oschatz schließlich die erste neue Gruppe in Sachsen. „Seit dem ist viel passiert“, sagt der Leipziger. Vorläufiger Höhepunkt sei die Überreichung des Take-off-Awardsan des Landesverbandes gewesen. Ein Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist und den der LV Sachsen auch dank einer besonderen Stiftung gewonnen hat.

„Nun sind wir mit Starthilfe aus Rheinland-Pfalz und finanzieller Unterstützung der Stiftung Pfadfinden an dem Punkt, dass wir ein Landespfingstlager mit 180 Pfadfinderinnen und Pfadfindern stemmen können. Mit 25 Jahren ist der LV Sachsen endlich groß geworden.“ (SZ)

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