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Pferdeäpfel auf dem Radweg: Igitt!

Immer öfter ärgern sich Radfahrer über die Hinterlassenschaften von Ausritten auf Radwegen. Müssen sich Reiter denn gar nicht um den Dreck kümmern?

Pferdeäpfel - schon breitgefahren - auf dem Oder-Neiße-Radweg am Dreiländereck.
Pferdeäpfel - schon breitgefahren - auf dem Oder-Neiße-Radweg am Dreiländereck. © Foto: Inge Reuter

Von Benjamin Pohl

Inge Reuter ist sauer: Erst am Sonntag ist sie mit ihrem Fahrrad wieder durch einen Haufen Pferdemist gerollt. "Auf dem Oder-Neiße-Radweg am Dreiländereck war das - und der ganze Radweg war voll von der Sch...", sagt sie. "Es ist ja auch nicht sehr wenig, was Pferde da hinterlassen".

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"Müssen sich die Reiter denn gar nicht um den Dreck kümmern?", fragt die Zittauerin. "Es kann doch nicht sein, dass sie schön im Sattel sitzen und ihnen egal ist, was bei den Pferden hinten rauskommt."

Früher blieben die Pferdeäpfel nicht lange auf den Wegen liegen, galten sie doch als guter Dünger für die Beete im Garten. Aber wer liest heute schon noch Pferdeäpfel von der Straße. Doch müssten Reiter nicht - wie für Hundehalter selbstverständlich - die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen?

Ja, das müssten sie! "Nach Paragraf 32 der Straßenverkehrsordnung ist es verboten, die Straße zu beschmutzen oder zu benetzen oder Gegenstände auf die Straße zu bringen oder diese dort liegen zu lassen", zitiert Zittaus Stadtsprecher Kai Grebasch die StVO. Und das gelte selbstverständlich auch für Reiter. Sie müssen sich also genauso wie Hundehalter darum kümmern, den Dreck zu entsorgen.

Reiter dürfen Radwege gar nicht benutzen

Und mehr noch: Radwege, die mit dem blauen Radewege-Schild gekennzeichnet sind, dürfen von Reitern überhaupt nicht benutzt werden, erklärt Grebasch. Ebenso wenig ist das Reiten auf Kraftfahrstraßen, Fuß- und Wanderwegen erlaubt. Reiter, die dieses Verbot ignorieren, müssen damit rechnen, belangt zu werden. Und das kann auch Geld kosten.

So müssen Reiter, die dabei erwischt werden, wie sie Pferdemist einfach liegen lassen, mindestens zehn Euro zahlen. Ignorieren sie ein Reitverbot, wird die Strafe noch höher. Sie wird von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich festgelegt. 

Doch mit dem Erwischtwerden ist das so eine Sache. Kai Grebasch ermuntert Zeugen deshalb,  solche Beobachtungen dem Ordnungsamt mitzuteilen. Doch selbst bei genauer Personenbeschreibung dürfte es schwierig werden, den Reiter zu belangen. In den wenigsten Fällen wird er seine Personalien gegenüber einem Dritten preisgeben, befürchtet Grebasch. Das gelinge am ehesten einem Polizisten oder eine Vollzugsbediensteten der Stadt in Uniform. "Aber die Anzahl solcher Amtspersonen ist im Vergleich zu den vielen Ordnungswidrigkeiten, die jeden Tag begangen werden, sehr gering", sagt der Sprecher. Was aber jedermann tun könne: Den Reiter auffordern, die unschönen Hinterlassenschaften aufzusammeln und mitzunehmen.

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Übrigens: Auch in der Oberlausitz gibt es genügend extra ausgewiesene Reitwege - ebenfalls mit einem Extra-Schild gekennzeichnet - weißer Reiter auf blauem Grund

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