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Pilotprojekt stößt auf großes Interesse

Eine eigene Energieversorgung soll künftig die Nebenkosten drosseln. Das würde den halben Ort umkrempeln.

Von Heike Wendt

Mit so viel Besuchern hatten Gemeinde, Wohnungsgenossenschaft und Ingenieurbüro nicht gerechnet. Um die 30 Leute interessierten sich für die zweite Informationsveranstaltung zum neuen Energiekonzept für Lohmen. Vorgestellt wurden die bisherigen Ergebnisse einer Analyse zur gegenwärtigen Energieversorgung im Ortskern um Schloßstraße, Schule und Gemeindeverwaltung. Einbezogen sind Wohnblöcke mit Eigentumswohnungen, kommunalen Wohnungen sowie Häusern der Wohnungsbaugenossenschaft Lohmen.

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Aus der Bestandsaufnahme geht hervor, wie viel Energie für Heizung, Warmwasser und elektrische Geräte zu welchen Zeiten gebraucht wird. Das Büro Energie Architektur aus Dresden hatte sich eingehend mit dem gegenwärtigen Stand befasst. Auf diesen Zahlen fußt das neue Konzept. Der besondere Anspruch: Die Nebenkosten sollen künftig nicht wie bisher ansteigen, sondern eingedämmt werden.

„Wie künftig die Energieversorgung aussehen könnte, kristallisiert sich momentan heraus“, schätzt Bürgermeister Jörg Mildner (CDU) ein. In der Diskussion sind Wärmepumpenkaskade, Blockheizkraftwerk, Nahwärmenetz und Solaranlagen. Völlig neuartig ist die Nutzung der Wesenitz. An mehreren Stellen könnte Wasser aus dem Fluss geholt, abgekühlt und anschließend wieder in das Bachbett geleitet werden. Das Prinzip ist mit dem im Kühlschrank vergleichbar, bei dem Temperaturunterschiede für Kälte sorgen – nur hier mit anderen Vorzeichen und zur Wärmegewinnung.

Für eine Entscheidung sind allerdings noch weitere Informationen notwendig. Welche Investition sich tatsächlich am günstigsten auswirkt, hängt auch von Fördermöglichkeiten ab. „Dazu kann im Moment noch nichts gesagt werden, weil die aktuellen Förderprogramme Ende des Jahres auslaufen“, sagt Dr. Christian Lerche, der das Projekt leitet. Neue sind noch in Arbeit. Wann sie feststehen, ist offen. Vermutlich erst Mitte des nächsten Jahres. Derzeit laufen auf Bundes- und EU-Ebene die Verhandlungen dazu.

Inzwischen interessieren sich nicht nur Lohmener Anwohner für das Energiekonzept. „Wir haben schon Anfragen von mehreren Unternehmen bekommen, die unser Projekt umsetzen und die Energieversorgung des Ortes betreiben wollen“, sagt Christian Lerche.