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Pirna hat eine neue Attraktion

Sie tauchen unverhofft auf und werden eine Gefahr für die Schifffahrt. In Pirna sind jetzt zwei Riesensteine aus der Elbe geborgen worden.

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Von Alexander Müller

Die „Rosslau“ hat die beiden Megasteine in der Pirnaer Elbe gefunden. Das Boot des Schifffahrtsamtes Dresden sucht den Fluss regelmäßig systematisch nach Untiefen ab und baggert Sandbänke weg, um die Fahrrinne für die Elbschifffahrt frei zu halten.

Diese Peilfahrten gibt es nicht erst seit dieser Woche, sie finden seit Jahren statt. Doch die Findlinge tauchten erst Dienstag am Fähranleger Frenzel am Elbeparkplatz auf der Altstadtseite auf. „Für unsere Bagger waren die zu groß“, berichtet Peter Dehmel vom Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden. Sie wurden deshalb mühsam zumindest an den Rand der Elbe geschoben, wo sie noch immer liegen. „Bei nächster Gelegenheit werden wir versuchen, sie wegzubekommen“, erklärt Peter Dehmel.

Warum die steinernen Riesen immer wieder wie aus dem Nichts auftauchen, das ist nach wie vor ein Rätsel. „Das ist wirklich ein großes Phänomen“, sagt der Flussexperte vom Schifffahrtsamt. „Ich will mich nicht festlegen, wo die herkommen.“ Eine mögliche Theorie hat er trotzdem. Es könne sein, dass sie durch die Kräfte der Geodynamik hochgedrückt werden. „Jedenfalls sind sie immer wieder da und stellen eine Gefahr für die Boote auf der Elbe dar.“ Nach seinen Erfahrungen bestehen die Steine immer aus einem von zwei Materialien – entweder aus Sandstein oder aus vulkanischem Basalt. „Die beiden Steine in Pirna sind, glaube ich, aus Sandstein“, sagt er. Es könnten daher auch Überbleibsel früherer Steinbruch-Arbeit im Elbtal sein. Gesammelt werden die Findlinge, die nicht nur in Pirna auftauchen, in einem Lager in Dresden-Pieschen. Was dann aus ihnen wird, ist offen. „Es gibt immer wieder Künstler oder Baubetriebe, die sie haben wollen“, sagt Peter Dehmel.

Die Steine aus Pirna wären noch zu bekommen. Sie abzuholen, dürfte dabei der schwierigste Teil sein. Für die Natur sind sie jedoch schon jetzt ein Gewinn. Die ansässigen Enten haben das neue Bergmassiv sofort erobert.