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Pirna will Scheunenhof notsichern

Pirna will sich des Scheunenhofs erbarmen. Wie die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEP) informiert, sollen jetzt Denkmal-Fördermittel für eine Sicherung des Gebäudekomplexes an der Ecke Dohnaischer Platz/Bahnhofstraße beantragt werden.

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Von Christian Eißner

Pirna will sich des Scheunenhofs erbarmen. Wie die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEP) informiert, sollen jetzt Denkmal-Fördermittel für eine Sicherung des Gebäudekomplexes an der Ecke Dohnaischer Platz/Bahnhofstraße beantragt werden. SEP-Chef Matthias Armbruster bestätigte entsprechende Bemühungen.

Man wolle die Mauern abstützen, das Dach sichern, eingeschlagene Fenster verschließen und den eingestürzten Querbau abtragen, sodass das Gebäude bis zu einer Sanierung keine weiteren Schäden nimmt, erläutert Armbruster. Noch vor dem kommenden Winter soll die Sicherung abgeschlossen sein.

Dass die Initiative auf den kürzlich in der SZ erschienenen Beitrag über die architekturgeschichtliche Bedeutung des Hauses hin erfolgt, verneint der SEP-Geschäftsführer. „Diese Bemühungen sind seit längerer Zeit abgestimmt.“

Neue Forschungen des Bauhistorikers Albrecht Sturm hatten ergeben, dass der Pirnaer Baumeister Johann Daniel Kayser (1733–1792) den Scheunenhof als eigenes Wohnhaus entwarf. Pirna ist damit jetzt offiziell um ein Gebäude reicher, das sich ein Baumeister als Familien-Domizil errichtete. Bekannt sind unter anderem die Wohnhäuser der Marienkirchen-Baumeister Peter Ulrich (Markt 3), Markus Ribisch (Kirchplatz 2) und Wolf Blechschmidt (Niedere Burgstraße1).

Wann genau die Sicherung des Scheunenhofes beginnt, steht laut SEP noch nicht fest. Unterdessen bemüht sich die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben weiter um Investoren für das Scheunenhof-Areal. Nach breiter Diskussion hatte der Stadtrat im September 2009 beschlossen, auf der Fläche ein innerstädtisches Einkaufszentrum zu errichten. Der alte Scheunenhof soll dabei erhalten, die neue Architektur angepasst werden.

Der letzte Interessent in einem Bieterverfahren sprang im März ab. Nach wie vor sei die Stadt aber in Gesprächen mit möglichen Investoren, um das Gelände wie geplant entwickeln zu können, sagt Stadtsprecherin Sabine Schlechtiger.