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Polizei klärt Freiberger Doppelmord auf

Freiberg. Der gewaltsame Tod eines 63-jährigen Obdachlosen und einer 56-jährigen Frau in Freiberg ist aufgeklärt. Die Polizei ermittelte zwei 17- und 18-jährige Lehrlinge, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel gestern in Freiberg.

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Freiberg. Der gewaltsame Tod eines 63-jährigen Obdachlosen und einer 56-jährigen Frau in Freiberg ist aufgeklärt. Die Polizei ermittelte zwei 17- und 18-jährige Lehrlinge, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Vogel gestern in Freiberg. Die beiden hätten die Taten gestanden. Die in Meißen beziehungsweise Leipzig geborenen Jugendlichen, die in Freiberg in einem Haus für Betreutes Wohnen untergebracht waren, sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Totschlag und Mord beziehungsweise versuchten Mord vor.
Die beiden mutmaßlichen Täter hätten erklärt, dass sie am 4. Oktober in einem Park der Frau und dem 63-Jährigen sowie einem 44-jährigen Obdachlosen begegnet seien. Die Jugendlichen seien mit der Frau in deren Wohnung gegangen. Dort soll es bei einem Trinkgelage zu sexuellen Handlungen gekommen sein. Einer der beiden sei "ausgerastet" und habe auf die Frau eingeschlagen und sie mit einem Messer getötet. Auf dem Rückweg hätten die Jugendlichen den Entschluss gefasst, die möglichen Zeugen "aus dem Weg zu räumen". Sie hätten daraufhin auf die in einem Pavillon schlafenden Obdachlosen mit einer Schnapsflasche eingeschlagen. Die Staatsanwaltschaft schloss einen politischen Hintergrund aus. Als Motiv für das Verbrechen an den Obdachlosen nannte Vogel die "Ausschaltung von Zeugen".
Ursprünglich waren die Ermittler von einem umgekehrten Ablauf ausgegangen. Sie hatten vermutet, dass die Täter zunächst die Männer überfielen und dann die Frau töteten, um deren Zeugenaussage zu verhindern. Ihre Leiche war erst am Freitag gefunden worden. (ddp)

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