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Polizist warnt vor Trickbetrügern

Hans-Georg Liebick klärt Senioren über Haustürgeschäfte auf. Denn vor allem ältere Menschen sind leichte Opfer.

Von Cathrin Reichelt

Kaffeefahrten machen sie schon lange nicht mehr. Durch diese Schule sind sie bereits gegangen. Die Senioren der Ostrauer Volkssolidarität sind ein bisschen belustigt, aber auch ein klein wenig entrüstet, als sie von Hans-Georg Liebick auf die Verkaufsausflüge angesprochen werden. „Das meiste, das dort verkauft wird, ist billiger Schrott“, mehr braucht der Bürgerpolizist zu diesem Thema nicht zu sagen. Die Senioren wissen Bescheid.

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Ein kleiner Ringtausch unter den Bürgerpolizisten, der der Krankheit eines Kollegen geschuldet ist, hat den Polizeihauptmeister übergangsweise nach Ostrau geführt. Deshalb nahm er auch die Einladung der älteren Damen und Herren an, die sich allgemein über die Sicherheit informieren wollten. Da vor allem Senioren leicht Opfer von Trickbetrügern werden, konzentrierte sich Liebick auf die Haustürgeschäfte.

„Jeder, der vorgibt, von einer Behörde zu kommen, muss einen Dienstausweis haben“, so der Bürgerpolizist. Den sollten sich die Senioren immer zuerst zeigen lassen, aber dafür nicht sofort die Tür öffnen. Ratsamer sei es, erst durch den Türspion oder ein Fenster zu schauen oder die Sperrkette vorzulegen, so dass sich die Tür nur einen Spalt öffnen lässt. „Wenn ihnen etwas dubios erscheint, bestellen sie den Besucher für den nächsten Tag noch einmal. Dann kommt er meistens nicht wieder“, meint Liebick. Das Polizeirevier sollte außerdem von dem Vorfall informiert werden.

Auch wenn Ostrau mit ein paar Buntmetall- und Dieseldiebstählen kein besonders kriminelles Pflaster sei, machte der Bürgerpolizist auf ein Delikt aufmerksam, das überall passieren kann: der Diebstahl der EC-Karte oder der gesamten Handtasche. Trotz zahlreicher Warnungen hängen immer noch viele Frauen ihre Taschen an die Einkaufswagen und lassen diese dann unbeaufsichtigt. „Das sollten sie sich abgewöhnen“, meint Hans-Georg Liebick. Die Taschen, so sein Tipp, sollten immer eng am Körper getragen werden, auf Märkten sogar unter der Jacke. Auch die Männer sollten ihr Portemonnaies nicht in der Hosentasche, sondern in einer Innentasche der Jacke aufbewahren. Im Gedränge sei die Hosentasche so schnell mit einer Rasierklinge aufgeschlitzt, dass es unbemerkt bleibe. Werde die EC-Karte doch gestohlen, gäbe es nur eine Möglichkeit, das unbefugte Abheben von Geld zu vermeiden. „Wählen sie sofort die 116116. Dieser Notruf, mit dem Sie Ihr Konto sperren lassen können, gilt deutschlandweit“, so Liebick.