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Polizisten nach Dresden abgezogen

Die Oberbürgermeister Radebeuls und Coswigs sind verärgert. Die Polizeidirektion in der Landeshauptstadt antwortet.

© Anne Hübschmann

Von Peter Redlich

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Wie ist es um die Sicherheit im Polizeirevier Meißen bestellt? Gerade in letzter Zeit häufen sich in Radebeul, Coswig, Meißen und vor allem auch nahe der Autobahn bei Radeburg Einbrüche und Diebstähle. Nach neuesten Informationen sollen Polizisten nach Dresden abgezogen werden. Die SZ hat in der Polizeidirektion Dresden nachgefragt. Pressesprecher Thomas Geithner antwortete auf die Fragen.

© Anne Hübschmann
Coswigs OB Frank Neupold: Ich bin genauso über die Nachricht verärgert, dass weitere Polizisten nach Dresden abgezogen werden, wie mein Kollege in Radebeul. Noch gut in Erinnerung habe ich, wie uns sogar vom Innenminister Sachsens und vom Polizeichef vers
Radebeuls OB Bert Wendsche: Es zeigt sich gerade jetzt nach den Anschlägen in Frankreich, dass Sicherheit für die Bevölkerung auch heißt, dass diese Sicherheit mit Personal hergestellt werden muss. Dazu passt es überhaupt nicht, wenn weitere Polizisten au © Thomas Kube

Herr Geithner, aus dem Revierbereich Meißen sollen vier weitere Kriminalpolizisten nach Dresden abgezogen werden. Die Außenstelle der Kriminalpolizeiinspektion ist bereits gegenüber dem Soll von 24 Mitarbeitern um vier Mitarbeiter unterbesetzt. Welche Begründung gibt es dafür?

Zur Kriminalpolizeiinspektion (KPI) der Polizeidirektion Dresden gehören neben den Kollegen in Dresden auch die Kriminalaußenstellen Meißen und Pirna. Die Außenstellen unterstehen dem Leiter der KPI. Lageabhängig ist es Aufgabe der KPI, Schwerpunkte zu erkennen bzw. zu bilden und entsprechende Maßnahmen zu veranlassen. Dazu gehört auch die Verschiebung von Personal, sowohl in Richtung Meißen als auch in Richtung Dresden.

Bereits jetzt können offenbar Fälle wie Einbruchsserien in Fahrzeuge nicht mit dem erforderlichen Nachdruck bearbeitet werden, weil die personelle Kraft dafür fehlt. Stimmt das? Wie soll das verbessert werden?

Einbrüche in Fahrzeuge werden nicht durch die Kriminalpolizei bearbeitet, sondern durch die Kriminaldienste der Polizeireviere. Wir teilen Ihre Einschätzung nicht. Die eingesetzten Beamten sind für die Bearbeitung dieses Kriminalitätsphänomens angemessen.

Innerhalb der Kriminalität – etwa bei Diebstählen und Einbrüchen – ist eine Verdrängung festzustellen. Ist die Kripo in Dresden sehr aktiv, weichen die Täter ins Umland aus. Hat es aus dieser Sicht überhaupt Sinn, Dresden zu verstärken?

Es gibt keinen Beleg für eine Verdrängung aus Dresden in die Landkreise. Richtig ist, dass sich aktuelle Kriminalitätsphänomene wie Cybercrime oder Bandenkriminalität nicht nach Gemeinde- oder Reviergrenzen richten. Und von einer Außenstelle oder dem Kriminaldienst eines Reviers kann man sicherlich nicht die Bearbeitung überörtlicher Schwerpunkte erwarten.

Die Wege der Polizei im Kreis Meißen sind immens hoch. Zu bestimmten Anzeigen, wie etwa Lärmbelästigung, so wird den Bürgern mitgeteilt, könne keine Streife mehr ausrücken. Stimmt das?

Nein. Die Polizeidirektion Dresden arbeitet mit einem priorisierenden Einsatzmanagement. Bei Lärmbelästigungen handelt es sich bestenfalls um eine Ordnungswidrigkeit. Damit rückt dieser Einsatzanlass innerhalb unserer Prioritätenliste natürlich nach hinten. Bedeutsamere Einsatzanlässe haben Vorrang.

Radebeul ist nach der Bevölkerungszahl die größte Stadt im Kreis Meißen. Ist aber nur mit einem Polizeibüro und einer Person bis lediglich 18 Uhr besetzt. Völlig unzureichend sagen Bürger und auch Stadtpolitiker. Eins der Argumente der Polizei war auch, dass ja dann auch Beamte aus den Nachbarrevieren Pieschen/Kaditz helfen würden. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo das in den letzten Jahren geschehen ist. Wird sich daran etwas ändern?

Die Gliederung der sächsischen Polizei ist Bestandteil des vom Kabinett verabschiedeten Feinkonzepts. Radebeul mag die höchste Bevölkerungszahl haben, allerdings gibt es in Meißen deutlich mehr Einsätze. Dieser Umstand ist für uns von viel größerer Bedeutung. Und selbstverständlich unterstützen sich benachbarte Polizeireviere – in beide Richtungen. Eine Statistik führen wir dazu nicht.

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