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Possendorfs neues Schmuckstück

Der Wiederaufbau der Pfarrscheune ist fast fertig. Wer feiern möchte, kann sich hier einmieten. Ein Fest wurde aber verschoben.

Peter Behrendt vom Kirchenvorstand freut sich über den Fortschritt beim Innenausbau der alten Pfarrscheune in Possendorf.
Peter Behrendt vom Kirchenvorstand freut sich über den Fortschritt beim Innenausbau der alten Pfarrscheune in Possendorf. © Egbert Kamprath

Wegen Corona wird das große Fest zum Wiederaufbau der Pfarrscheune später stattfinden. Eigentlich sollten alle Possendorfer Einwohner dazu jetzt eingeladen werden, um sich die neu entstandenen Räume in fröhlichem Zusammensein anschauen zu können. Wann zur Einweihungsfeier eingeladen werden kann, hängt von den künftigen Corona-Vorschriften der Sächsischen Landesregierung ab.

Wie Kirchenvorsteher Peter Behrendt von der Possendorfer Kirchgemeinde Sächsische.de sagt, soll vor allem der neue Pfarrscheunen-Saal für private Feiern und Veranstaltungen anmietbar sein: „Außerdem wollen wir den großen Raum auch im Winter für die Gottesdienste nutzten, wenn es in der Kirche zu kalt ist. Hier in der Pfarrscheune wurde überall eine Fußbodenheizung eingebaut.“ 

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Von außen bereits ein Schmuckstück: die sanierte Pfarrscheune in Possendorf
Von außen bereits ein Schmuckstück: die sanierte Pfarrscheune in Possendorf © Egbert Kamprath

Wie wurde die Scheune umgebaut?

Vom Originalzustand der Pfarrscheune aus dem Jahr 1829 sind der Dachstuhl mit dem alten Gebälk erhalten und saniert worden. Zudem steht noch eine ursprüngliche Wand, rechts neben dem Eingang, hinter der sich zwei Büroräume verbergen. „Den vorderen Raum wollen wir für die Kirchgemeindeverwaltung nutzen, das Konzept für den Zweiten ist noch nicht ganz geklärt“, sagt der Kirchenvorsteher.

Sonst wurde alles im Inneren der großen Scheune erneuert. Es entstand im hinteren Bereich der langgezogene helle Saal, in welchem noch die Deckenleuchten und Gardinen angebracht und die Malerarbeiten beendet werden. Außen soll eine Terrasse zum Garten hin entstehen. Zudem wird eine riesige zweiflügelige Tür mit Glaselementen eingehängt. Der Boden des Saales war aufwendig mit einem Mineralgemisch aufgefüllt worden, weil er teilweise aus festgetretenem Lehm bestand und sehr uneben war. In dem neuen Fest-Saal wird auch das Klavier einen Platz finden. Im Saal sollen bis zu 90 Menschen sitzen können.

Im gesamten Gebäude wurden mehrere Wände neu eingezogen. Somit entstanden ein Lichtdurchfluteter Gemeinderaum für die Christenlehre, ein Archivlager, in dem die alten Akten aufbewahrt werden sollen, die teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, und die Toilettenanlagen. Drei WCs sind für Damen und drei für die Herren geplant. Außerdem wird es gleich links neben dem Eingang eine Behindertengerechte Toilette geben. Daneben entstanden ein Lager für die Stühle und eine Küche mit Tür zum großen Saal.

Welche Arbeiten sind noch zu erledigen?

Im letzten Schritt sind jetzt noch die Maler, Elektriker und die Klempner in der Pfarrscheune zu Werke. Auch der Garten soll noch etwas geebnet werden. Zudem wird die Terrasse gebaut und auf dem Pfarrhof sollen binnen zwei Wochen noch zwei behindertengerechte Parkplätze entstehen. Danach ziehen alle Mitarbeiter aus dem Pfarrhaus um in die Scheune, sagt Peter Behrendt. „Wir nutzten das Pfarrhaus dann nicht mehr. Im Obergeschoss ist eine Wohnung vermietet. Die Einnahmen reichen aber nicht, um das Gebäude zu sanieren, was nötig wäre.“ Somit würde jetzt ein Abstimmungsprozess stattfinden, was mit dem Haus geschehen soll. Eine Entscheidung dazu solle noch in diesem Jahr bekannt gegeben werden, sagt der Kirchenvorsteher.

Geld dafür sei derzeit nicht da. Zuerst müsse die Pfarrscheune fertig gestellt werden. Diese sollte bereits zu Pfingsten feierlich eröffnet werden, doch auch hier hatten die Corona-Beschränkungen zu einem Bauverzug geführt: „Wir planen jetzt, alles Anfang Juni fertig zu haben“, sagt Peter Behrendt. „Mich fragen bereits viele Einwohner, wann es denn nun so weit sei“, fügt er lachend hinzu. Sobald es Corona zuließe, würde auch die Feier nachgeholt, versichert er.

Was kostet der Ausbau?

Die Baukosten für die Komplettsanierung der Pfarrscheune waren mit rund 600.000 Euro veranschlagt, werden sich aber etwas erhöhen. Aus dem Leader-Programm flossen 120.000 Euro, die Landeskirche unterstützte das Projekt mit 300.000 Euro, der Rest kam aus Spenden, sagt Behrendt. „Wir haben rund 30.000 Euro von den Einwohnern erhalten und bedanken uns dafür sehr herzlich.“ Allerdings reiche das Geld noch nicht ganz, sodass weitere finanzielle Helfer gerne gesehen seien.

Bis zum Beginn der Sanierung im Herbst 2018 war die Scheune als Archiv genutzt worden. Auch der Martinstag wurde darin gefeiert und einige Räume waren als Lagerstätten vermietet worden. Zu DDR-Zeiten hatte die Kirchenbaubrigade Dippoldiswalde einen Teil der Pfarrscheune benutzt, bis in die 80er-Jahre war sie vom Pfarrgut selbst bewirtschaftet worden. Der Großteil des Gebäudes wurde 1829 erbaut, ein links angrenzender Bereich ist aber älter, erklärt Behrendt.

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