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Poststraßen-Anwohner protestieren

Den Ausbau des Abschnitts zwischen Kesselsdorfer Straße und Bonhoefferplatz wollen viele nicht. Sie befürchten Lärm.

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) hat jetzt ein Schreiben bekommen – aus der Poststraße. Deren Anwohner sind verärgert. Am 21. September will die Stadt Dresden mit dem Ausbau der Straße beginnen. Zwischen Kesselsdorfer Straße und Bonhoefferplatz soll sie deutlich breiter werden, von derzeit vier Metern auf 5,50 Meter. Nun haben die Anwohner Angst, dass die Poststraße zur Rennstrecke wird. Sie fordern deshalb, dass die Stadt ihre Ausbaupläne unverzüglich aufgibt.

Auch Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz bekam die Unterschriftenliste. Darauf haben insgesamt 111 Anwohner unterschrieben. „Wir sind der Meinung, dass ein zweispuriger Ausbau der Straße unnötig ist und mehr Nachteile für das Wohngefühl mit sich bringt“, schreiben Melanie Wohlfahrt und Manuela Kerle im Namen der Unterzeichner.

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Ist die Straße später breiter und asphaltiert, könnten Autofahrer künftig die Poststraße statt anderer Nebenstraßen bevorzugen, so die Gegner weiter. Sie befürchten in diesem Fall von morgens bis abends mehr Lärm vor ihren Haustüren. Weiterer zentraler Punkt in dem Schreiben an die Stadtverwaltung: ein möglicher Anstieg der Unfallgefahr. Eigentlich dürfen Fahrzeuge in der Poststraße lediglich 30 Kilometer pro Stunde fahren. „Wir haben ganz konkret die Befürchtung, dass die 30er-Zone nicht mehr eingehalten wird“, so die Gegner weiter. Das wäre bedenklich, denn rund um die Poststraße wohnen viele Familien mit Kindern. „Die Schwierigkeit, die Reisewitzer Straße im Berufsverkehr überqueren zu wollen, zeigt, wie problematisch der Ausbau werden kann“, so Melanie Wohlfahrt und Manuela Kerle.

Wiederholt machen sie auch auf das in ihren Augen unnötige Fällen der alten Bäume entlang der Straße aufmerksam. An neun von ihnen will die Stadt die Kettensäge ansetzen lassen, weil sie und ein Teil der Grünstreifen einer Verbreiterung der Straße momentan noch im Weg stehen. „Die Aussicht, dass neue Bäume gepflanzt werden, kann den drohenden Verlust nicht mindern“, erklären die Anwohner. Bis sie die gleiche Größe wie die jetzigen Bäume erreicht hätten, würden Jahrzehnte vergehen. „Besonders jetzt in den heißen Tagen werden die Vorteile der Bäume sichtbar, die Schatten spenden und erheblich zum Wohlgefühl beitragen.“

Deshalb fordern die Unterzeichner nun von Baubürgermeister Marx und Straßenbauamtsleiter Koettnitz, dass die Poststraße nicht ausgebaut wird. Gegen die Pläne zur Sanierung der Fußwege und das Pflanzen weiterer Bäume hätten sie allerdings nichts. (jam)