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Radebeul

Radebeuler CDU-Stadtrat bei Pegida-Jubiläum

Sein Fraktionschef bewertet das Verhalten als „äußerst problematisch“. An dem Tag hatte AfD-Rechtsaußen Björn Höcke gesprochen.

Beim Demonstrationszug von Pegida am 17. Februar in Dresden war auch ein Radebeuler CDU-Stadtrat mit von der Partie.
Beim Demonstrationszug von Pegida am 17. Februar in Dresden war auch ein Radebeuler CDU-Stadtrat mit von der Partie. © Benno Löffler

Radebeul/Dresden. Mit einer Deutschlandfahne schwenkend, ist Wolfgang Jacobi auf dem Video, das den Demonstrationszug von Pegida am 17. Februar in Dresden zeigt, zu sehen. Der Radebeuler, der für die CDU im Stadtrat sitzt, war an dem Tag mitmarschiert, als AfD-Rechtsaußen Björn Höcke bei Pegida auftrat. Die Bilder hat Fernsehjournalist Arndt Ginzel am Mittwoch auf Twitter veröffentlicht. Das Video sorgte schnell für ein großes Echo. Auch der Tagesspiegel aus Berlin berichtet über den Radebeuler. Jacobi selbst sagte am Mittwoch gegenüber der SZ, er sei niemandem Rechenschaft schuldig und wolle darüber hinaus keine Aussagen dazu machen.

Sein Fraktionsvorsitzender Ulrich Reusch bewertet das Verhalten Jacobis als „äußerst problematisch“. Der Radebeuler Stadtverband der CDU sei bereits mit Jacobi im Gespräch. „Das ist aus unserer Sicht nicht in Ordnung“, so Reusch.

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Der Chef des Radebeuler Stadtverbandes Werner Glowka erklärte, dass sich CDU und Pegida in zwei Welten befänden. „Wir lehnen Pegida entschieden ab“, so Glowka. Das habe er auch Wolfgang Jacobi in einem langen Gespräch deutlich gesagt. Ein Parteiausschluss Jacobis wolle er aber nicht beantragen. 

CDU nimmt offiziell Stellung

„Man muss gegen die Rattenfänger, die Höckes und Co. vorgehen. Wenn man auf jene eindrischt, die hinterlaufen, was hat man davon?“, so Glowka. Jacobi sei kein Nazi, betont der CDU-Chef. Zu dem Thema haben sich unterdessen die Radebeuler Christdemokraten am Mittwochabend in einem Positionspapier geäußert

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Der Radebeuler Grünen-Stadtrat Martin Oehmichen schreibt auf Twitter, Jacobi unterstütze lieber Pegida und Höcke als die Gegendemonstration von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der CDU. „Ist das die sogenannte klare Abgrenzung?“, fragte der Grünen-Stadtrat unter anderem den Generalsekretär der Bundes-CDU, Paul Ziemiak.

Zur 200. Kundgebung von Pegida hatten erstmals auch die Kreisverbände der CDU und der FDP gemeinsam mit den großen Kirchen, den Jüdischen Gemeinden und der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft zum Gegenprotest aufgerufen.