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Randalierer im Görlitzer City-Center unterwegs

Herausgerissene Lichtschalter, Bierpfützen - sonntags sieht es im Görlitzer Einkaufszentrum schlimm aus. Nach mehreren Vorfällen am Wochenende ermittelt die Polizei.

Von Matthias Klaus
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So friedlich wie auf diesem Foto geht es am Wochenende im City-Center zuweilen nicht zu. Am Wochenende wurde randaliert, wieder einmal.
So friedlich wie auf diesem Foto geht es am Wochenende im City-Center zuweilen nicht zu. Am Wochenende wurde randaliert, wieder einmal. © Archiv/Suhrbier

Am Freitag war sie noch da, am Sonntag ist sie weg: Der SZ-Redaktion im City-Center ist die Klingel neben der Tür abhanden gekommen. Es ist nicht die einzige Veränderung, die der Sonntagsdienst in der dritten Etage des Hauses registrieren musste. Herausgerissene Lichtschalter, Bierpfützen, zerbrochene Flaschen, Bierdeckel, Zigarettenkippen - Randalierer waren am Wochenende in dem Einkaufshaus unterwegs, nicht zum ersten Mal.  Die schwarzen Schuhabdrücke an den weißen Wänden sind schon ein paar Monate alt.

Hausleitung sagt nichts

Die Leitung des Hauses hält sich mit Kommentaren zurück. "Zu solchen Vorfällen sagen wir generell nichts", so Sandra Waschow, Managerin des City-Centers. Zu groß ist offensichtlich die Angst vor potenziellen Nachahmern. Deutlicher wird die Polizei. "Der Wachschutz des City-Centers hat mehrere beschädigte Lichtschalter angezeigt", sagt Anja Leuschner, Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz. Auch ein Briefkasten sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Ganze ist demnach in der Nacht zum Sonntag passiert. Der Schaden belaufe sich auf etwa 100 Euro.

Polizei ermittelt gegen unbekannt

Die Polizei hat die Vorfälle als Sachbeschädigung aufgenommen. Die Ermittlungen laufen - gegen unbekannt. Hinweise zu Tatverdächtigen gibt es noch keine. Das City-Center steht im Streifenplan der Polizei. Aber natürlich können nicht ständig Beamte vor Ort sein, so Anja Leuschner.

Norbert Hauffe hat als Mieter im City-Center seine ganz eigenen Erfahrungen mit mehr oder weniger ungebetenen Gästen. Der Inhaber des Bowling-Centers ist am Wochenende meist allein im Dienst. Seit elf Jahren kann man bei ihm bowlen, Billard spielen. "Wir haben eigentlich einen guten Draht zu unseren Gästen", sagt er. Aber es gebe eben Ausnahmen, Jugendliche, Ausländer genau wie Einheimische. "Wer bei mir Theater macht, bekommt keine Billardkugel mehr", sagt Norbert Hauffe. Und wenn das nicht fruchten sollte, droht er auch schon mal mit der Polizei und machte die Drohung auch schon wahr.

Unbefriedigende Situation für Mieter

Die eigenen Räumlichkeiten seien dabei das eine, der Flur das andere. "Dort habe ich keine Befugnisse", sagt Norbert Hauffe. Er sehe aber natürlich, was sich zuweilen abspiele: "Natürlich kann ich sagen, die Jugendlichen sollen sich nicht auf die Treppen setzen und Essen und Trinken. Aber ob sie auf mich hören..." Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern habe er bereits umgeworfene Papierkörbe im City-Center wieder aufgestellt, den Müll eingesammelt. Befriedigend ist die Situation für Norbert Hauffe nicht. "Ich habe das Problem bereits dem Management dargestellt", sagt er. Ein zusätzlicher Kontrollgang, findet der Inhaber des Bowling-Centers, könne nicht schaden. Der müsse ja nicht sonstwann mitten in der Nacht sein, sagt Norbert Hauffe.

City-Center ist kein Einzelfall

Das Görlitzer City-Center ist in Sachen Randale kein Einzelfall. Ähnliche Vorfälle gibt es im Zittauer Salzhaus. Auch dort ärgern sich Händler über Jugendliche, die Treppenaufgänge blockieren, lärmen, verbotenerweise rauchen, Wände beschmieren und Müll und Essensreste liegen lassen.

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