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Dauerregen lässt Flusspegel ansteigen

Der Wasserstand hat sich in der Region Döbeln teils verdoppelt. Doch der Regen genügt noch nicht für alle.

Knapp 110 Zentimeter betrug der Wasserstand der Freiberger Mulde am Montag am Messpunkt in Mahlitzsch.
Knapp 110 Zentimeter betrug der Wasserstand der Freiberger Mulde am Montag am Messpunkt in Mahlitzsch. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Ein ergiebiger Dauerregen hat von Sonntagmittag bis Montag die Region erfrischt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig sind in Döbeln innerhalb von 24 Stunden 52 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Besonders stark geregnet hat es in der Zeit von Sonntag 20 Uhr bis Montag gegen 2 Uhr. Andernorts waren die Schauer noch ergiebiger. Die Messstation in Altgeringswalde hat 70 Liter erfasst, in Frankenberg waren es 80.

Sebastian Manns, Meteorologe beim DWD in Leipzig, sprach von einem "Dauerregen". Ursache dafür sei ein Höhentief gewesen, das von Österreich gekommen sei und nach Polen abzog. "Endlich hat es mal mit schönem Regen geklappt", äußerte sich der Wetterexperte am Montag.

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Wasserstand der Freiberger Mulde verdoppelt

Den Flüssen der Region hat der Schauer gut getan. Den Daten des Landeshochwasserzentrums nach besteht an keinem Fluss aktuell Hochwassergefahr. Die Pegelstände sind angesichts des Regens trotzdem gestiegen. 

Gegen 10 Uhr erreichte die Freiberger Mulde bei Mahlitzsch einen Wasserstand von 114 Zentimetern. Der vorläufig höchste Stand, denn bereits am Vormittag  soll der Wasserstand den Prognosen nach wieder leicht sinken. In den vergangenen Tagen betrug der Wasserstand an dem Messpunkt lediglich 47 Zentimeter. Hochwasser-Alarmstufe 1 setzt bei einem Stand von 210 Zentimetern ein.

Auch die Zschopau bei Kriebstein erreichte gegen 10 Uhr ihren vorerst höchsten Wasserstand von 110 Zentimetern. Hier schwankten die Werte in den vergangenen Tagen immer zwischen 29 und 36 Zentimetern. Bei 200 Zentimetern gilt die erste Hochwasser-Alarmstufe.

Die Pegelstände sowie die Prognosen des Landeshochwasserzentrale Sachsen zeigen, dass die Schauer keine langfristige Wirkung auf die Flüsse haben. Dass der Regen jetzt nicht ausreichend war, bestätigt auch Sebastian Manns. "Die Pegelstände steigen erst wieder stabil, wenn auch das Grundwasser wieder steigt", erklärt der Experte. Das könne aber noch Jahre dauern.

Jaguar kracht gegen Laster

Auf den Straßen in der Region hat der Regen in der Nacht zu Montag nicht nur für Freude gesorgt. Gegen 23.25 Uhr wurde die Polizei über einen Verkehrsunfall auf der Autobahn 4 in Höhe der Anschlussstelle Siebenlehn informiert. Dort war eine 31-Jährige mit ihrem Jaguar mit einem polnischen Laster zusammengestoßen, informiert Daniela König von der Pressestelle der zuständigen Polizeidirektion (PD) Chemnitz. Im Anschluss prallte der Sportwagen gegen die Mittelleitplanke und blieb dort stehen. Der 23-jährige Beifahrer im Jaguar ist bei dem Unfall leicht verletzt worden. Den entstandenen Sachschaden bezifferte König auf rund 17.000 Euro.

Für knapp eine Stunde musste die Autobahn in der Nacht gesperrt werden. Es bildete sich ein zehn Kilometer langer Stau. Vor Ort waren auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nossen. Die Polizei ermittelt noch zur Unfallursache. Aber auch der Regen könnte bei dem Unfall eine Rolle gespielt haben.

Und es war nicht der einzige Unfall auf dem Abschnitt der A4. Zwischen Berbersdorf und dem Autobahndreieck Nossen haben sich laut Polizei ab 18 Uhr am Sonntagabend noch sechs weitere Unfälle ereignet. „Nach derzeitigem Kenntnisstand wurde dabei niemand verletzt“, so Daniela König.

Regen gut für nächste Ernte

Grund zur Freude über den Dauerregen hatten dagegen die Landwirte. „Wir freuen uns inzwischen mehr über Regen als über Sonnenschein“, so Torsten Krawczyk, Landwirt in Westewitz und Vorsitzender des Sächsischen Landesbauernverbands. Auch in Westewitz seien um die 50 Liter pro Quadratmeter gemessen worden. „Der Regen kam schön langsam, sodass er auch gut in die Böden einziehen konnte. Und er war flächendeckend“, äußerte sich der Westewitzer.

Besonders gut sei der Regen für den Raps, der schon gesät wurde, ebenso wie für die Wintergerste, die bald in die Felder komme, sowie die Zwischenfrüchte. Auch für die bevorstehende Ernte von Kartoffeln und Rüben sei ein feuchter Boden wichtig. Bald beginnen werde auch die Maisernte.

Die Getreideernte indes sei inzwischen nahezu flächendeckend abgeschlossen. Sachsenweit sei eine durchschnittliche Ernte eingeholt worden. Die befürchteten Ausfälle durch Trockenheit und Frost bei der Gerste seien weniger fatal gewesen als zu Beginn der Ernte befürchtet, so Krawczyk.

Wetter bleibt in kommenden Tagen wechselhaft

Auch in den kommenden Tagen ist weiter mit Schauern zu rechnen, sagt Sebastian Manns vom DWD in Leipzig. Wann es jedoch genau nass von oben wird, das ließe sich bei der aktuellen Wetterlage schwer voraussagen. "Bis auf Donnerstag müssen wir jeden Tag mit ein paar Schauern rechnen", so Manns.

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Dieser Artikel wurde am Montag, 31. August, um 17:30 Uhr aktualisiert.

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