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Rehnsdorf feiert

Fürs Fest gibt es gute Gründe. Gleich drei Jubiläen stehen ins Haus. Die Rehnsdorfer begehen sie mit drei tollen Tagen.

Von Manuela Reuß

In Rehnsdorf kennt jeder jeden. Kein Wunder. Das idyllisch gelegene kleine Dörfchen am Fuße des Schwarzenbergs zählt nur 44 Einwohner. Da sind Dorffeste wie große Familienfeiern. Ende Juni steht wieder eine solche Party ins Haus.

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Zum Feiern gibt es gleich drei gute Gründe. Der Ort begeht sein 750-jähriges Bestehen, in der Gaststätte „Zur Linde“ darf seit 300 Jahren ausgeschenkt werden und der prächtige Lindenbaum, dem das Lokal seinen Namen verdankt, wurde vor 150 Jahren gepflanzt. Quasi ideale Anlässe für ein großes Fest. Organisiert vom Rehnsdorfer Heimatverein. Mehr als die Hälfte aller Dorfbewohner – exakt 24 an der Zahl – sind Mitglied in diesem Verein. Durchaus ungewöhnlich. „Wir sind viele geworden“, bestätigt der Vorsitzende Hans-Wolf Schütze. Darunter komplette Familien.

Der Heimatverein organisiert beispielsweise auch das Hexenfeuer. Das heißt in Rehnsdorf allerdings Bergfeuer und findet nicht wie andernorts immer am 30. April statt, sondern dann, wenn möglichst alle Einwohner Zeit haben. Dieses Jahr wurde am 25. April gezündelt. Außerdem sorgt die Truppe dafür, dass es in und um Rehnsdorf nicht an Sitzgelegenheiten mangelt. Die berühmte lange Bank ist eine ihrer Errungenschaften. Hans-Wolf Schütze und seine Mitstreiter haben inzwischen drei Bänke und eine Sitzgruppe aufgestellt. Langeweile kennen die Rehnsdorfer nicht. „Wir haben immer was zu tun.“

Trotzdem entschied sich der Verein, die drei Jubiläen gebührend zu feiern. Dazu holte man sich auch den Wirt des Gasthause „Zur Linde“, Steffen Jack, ins Boot. Immerhin haben zwei der drei Jubiläen unmittelbar mit der Dorfgaststätte zu tun. Deshalb wird das Festgelände rings um die 150 Jahre alte Linde mit ihrer Aussichtsplattform – die einen fantastischen Ausblick auf das Elstraer Land zwischen Hochstein und Schwarzenberg bietet – etabliert. Dort ist Platz für rund 200 Gäste.

Bereits seit Januar laufen die Vorbereitungen für das Fest. „Als Erstes hatten wir eine Einwohnerversammlung organisiert, um zu ergründen, wer sich wie einbringen will“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Das bevorstehende Festwochenende ist übrigens nicht die einzige Aktivität in Sachen 750-Jahr-Feier. Anfang Mai erfolgte, mit einem geschichtlichen Lichtbildervortrag, der Startschuss in die Festivitäten. Außerdem organisierten die Rehnsdorfer eine Ortsbegehung, bei der es für jedes Anwesen ein handgearbeitetes hölzernes Erkennungs-Schild gab. Die habe Tischler Mütze angefertigt, verrät Hans-Wolf Schütze. Seitdem prangt beispielsweise am Zaun von Familie Reichert der schelmische Hinweis „Reicherts Festung“. „Wegen des großen Zaunes“, erklärt der Vereinsvorsitzende augenzwinkernd. Besucher können sich nun neben den Hausnummern auch an solchen Schildern wie „Mützes Hügel“, „Herrmanns Haus und Hof“ oder „vormals Freudenbergs Gehöft“ orientieren.

Nächstes Wochenende steigt schließlich die große Party. Dann wird unter der Linde musiziert, getanzt, gespielt und natürlich auch geschlemmt. In der Schützenklause gibt es eine Fotoausstellung über den Ort mit privaten Bildern von Rehnsdorfern. Damit Petrus den Festbesuchern keinen Strich durch die Rechnung machen kann, lässt Steffen Jack die Terrasse überdachen. Natürlich hoffen die Organisatoren, dass möglichst viele Gäste kommen.

Für die Besucher haben sie – dank der Ewag Kamenz als Hauptsponsor und zahlreicher heimischer Spender – vieles auf die Beine gestellt. Unter anderem eine Tombola mit Spanferkel als Hauptpreis. Doch Gewinner sind am Ende alle Rehnsdorfer.