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Reinsdorfer Bach wächst zu

Er ist zu einem stehenden Gewässer geworden und mit Schilf zugewuchert. Wer ist für die Pflege verantwortlich?

Im Reinsdorfer Bach breiten sich massiv Schilf und andere Pflanzen aus.
Im Reinsdorfer Bach breiten sich massiv Schilf und andere Pflanzen aus. © Dietmar Thomas

Waldheim. Bei stärkerem Regen schauen einige Reinsdorfer besorgt in Richtung des Baches, der den gesamten Ort durchzieht.

Wie vielen anderen haben die langanhaltenden Trockenperioden auch diesem Gewässer zugesetzt. Es ist nur noch schwer als solches zu erkennen. Wasser führt der Bach kaum noch. Dafür ist er mit hohem Schilf und anderen Pflanzen zugewachsen.

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Hinzu kommt, dass beim Neubau der kleinen Brücken, die den Bach überspannen, auf der Gewässersohle wechselseitig versetzt Natursteine eingearbeitet wurden. Diese sollen kleineren Tieren helfen, sich besser Bach aufwärts bewegen zu können.

„In diesen Bereichen setzt sich Sand fest und es bleiben Geröll und Äste hängen“, erzählt Ortsvorsteher Michael Aniol. Dies und der starke Bewuchs macht einige Reinsdorfer nachdenklich. Wird das Wasser beim nächsten starken Regenguss genug Platz haben, im Bachbett bleiben und durch die verengten Durchlässe und Brücken passen?, fragen sie sich.

Kontrollen durch den Bauhof

Toralf Pönisch vom Waldheimer Bauamt kann die Bedenken der Anwohner verstehen und nachvollziehen. Er bestätigt, dass die Stadt für die Unterhaltung von Gewässern zweiter Ordnung und damit auch den Reinsdorfer Bach zuständig ist. Im Moment sehe die Verwaltung jedoch keinen Handlungsbedarf. „Wir haben die Situation aber im Blick“, so Pönisch. Und Michael Aniol bestätigt regelmäßige Kontrollen durch die Mitarbeiter des Bauhofes.

Geld für die Pflege der Bäche sei im Haushalt der Stadt Waldheim eingestellt. Der Bauhof werde regulierend eingreifen, wenn dies nötig sei. Insgesamt sind die Mitarbeiter für 50 Kilometer Bachlauf zuständig.

Der Reinsdorfer Bach sei zurzeit eher ein stehendes Gewässer. Die sumpfige Bachsohle und die fast ungehinderte Sonneneinstrahlung begünstigten das starke Wachstum des Schilfs. Entlang des Bachlaufes gibt es nur wenige Bäume, die Schatten spenden und den Bewuchs vermindern würden.

Gewässerrand muss frei bleiben

Pönisch weist gleichzeitig darauf hin, dass nicht nur die Natur für eine Veränderung der Bach-Fauna sorgt, sondern auch der Mensch. Normalerweise seien fünf Meter Gewässerrandzonen freizuhalten. Dort dürfen keine Landwirtschaft betrieben, keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt und keine baulichen Anlagen errichtet werden. Oft werde aber bis an die äußerste Grenze geackert und Pflanzen angebaut.

Zudem würden nicht selten Grünschnitt und im Herbst Laub an den Böschungen abgeladen und dann automatisch vom Wasser mitgerissen. Andernorts kann beides dann Durchlässe verstopfen.

„Fließt der Bach durch ein privates Grundstück, ist dessen Eigentümer mit für die Unterhaltung verantwortlich“, sagt Pönisch. Dies ist im Paragrafen 24 des Sächsischen Wassergesetzes geregelt.

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