merken
PLUS

Reithalle an der Hexenburg hat neue Pächter

Lars Löwe und Jennifer Heber geben Reitunterricht und erweitern die Anlage: Bühlau wird Mekka für alle Pferdefans.

Von Carolin Menz

Lars Löwe weiß nicht, wo ihm der Kopf steht – er managt gerade den Umzug eines ganzen Reitstalls. Nicht alltäglich. Aber lange geplant. Lars Löwe und seine Lebensgefährtin Jennifer Heber übernehmen zum ersten Dezember als neue Pächter die Reithalle in Bühlau und gründen das „Reitzentrum Hexenburg“. Der bisherige Betreiber, der Reit- und Tennisclub (RTC) Bühlau, zieht sich aus dem täglichen Geschäft zurück. „Wir haben etwas Tolles aufgebaut. Doch wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir es nicht in der Form betreiben können, wie es nötig ist. Uns fehlen ganz klar qualifizierte Ausbilder für Pferde und Reiter“, sagt Vereins-Chef Axel Milbrath. Stolz ist er auf das, was er übergibt: 30 ausgebuchte Pferdeboxen mit Tieren von Inhabern aus der gesamten Region, eine Reithalle sowie Reitanlagen im Freien. Doch um die Anlage noch attraktiver zu machen – vor allem um endlich Reitunterricht anbieten zu können – müssen Profis ran.

UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand

Was ist eigentlich das Unbezahlbarland? Warum ist der Landkreis Görlitz Unbezahlbarland? Hier finden Sie alle Infos.

Sie wurden vom RTC seit einer Weile aktiv gesucht und im Frühjahr mit Lars Löwe und Jennifer Heber gefunden. Bisher betreibt der 39-Jährige einen Reitstall erfolgreich in Niederseidewitz in der Nähe von Pirna. Seine Eltern gründeten ihn, er übernahm die Anlage 2005 – nachdem er seine Polizeikarriere an den Nagel gehangen hatte. „Wir wollten uns ohnehin verändern“, sagt Lars Löwe. Denn in Niederseidewitz waren dringend erforderliche Investitionen in neue Reithalle, Pferdeboxen und sanitäre Anlagen nicht möglich – aber unabdingbar, um bestehen zu können. Zudem fehlte es dort an weitläufiger Koppelfläche. „In Bühlau gibt es nun schon fast alles, was wir brauchen. Der Grund dafür, dass wir uns entschieden, hier neu anzufangen“, sagt Lars Löwe, der auf dem Reitstall seiner Eltern aufwuchs. Sein Neuanfang heißt es für die bisherigen Kunden der Reitanlage Bühlau, dass alles beim Alten bleibt. Die 30 Pensionspferde werden selbstverständlich weiterhin rundum versorgt: Die Einnahmen daraus werden das hauptsächliche Standbein der neuen Betreiber sein. Deshalb wollen sie die Pensionshaltung weiter ausbauen – mit zusätzlichen Boxen.

Wie viele Tiere im Reitzentrum insgesamt einmal stehen, ist noch offen. Zunächst zehn von insgesamt 20 Pferden der Niederseidewitzer werden am ersten Dezember nach Bühlau umziehen: Weil die bestehenden Boxen hier ungewöhnlich groß sind und zudem über flexible Trennwände verfügen, können die bislang einzeln eingestellten Pferde gut und gerne ein zweites einziehen lassen. Immer noch hätten die Tiere dann ausreichend Freiraum, wie Lars Löwe sagt. Neue Boxen sollen sich später direkt an eine künftige zweite Reithalle anschließen. Lars Löwe bringt sie mit: Seine Halle wird in Niederseidewitz ab- und in Bühlau im Bereich der Reiterplätze wieder aufgebaut.

Und noch mehr bringen Lars Löwe und Jennifer Heber mit nach Bühlau: neue Impulse und Angebote – für Freizeit- und professionelle Reiter. „Ein Grundpfeiler des Reitzentrums Hexenburg wird Reitunterricht sein“, so Lars Löwe. Er übernimmt als ausgebildeter Reitlehrer den Unterricht im Freizeitbereich. Für Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Für jene, die ihre Ängste auf dem Pferd überwinden wollen – etwa nach einem Reitunfall. Für Anfänger und Fortgeschrittene. Ein eigenes Pferd ist nicht nötig. „Pferde können wir stellen“, so Lars Löwe, der zudem Ausritte ins Gelände anbietet. Die professionelle Ausbildung für Reiter und Pferd übernimmt Jennifer Heber – ein ausgewiesener Profi. Die 27-Jährige ist Pferdewirtschaftsmeisterin und bietet als einzige in Sachsen überhaupt noch klassische Reitkunst an.

„Das bedeutet, dass Pferde nach klassischen Prinzipien beritten werden“, sagt sie. Ziel ist es, dass Pferde ihrem Reiter gehorchen, das sich beide blind verstehen. Ihre Bedingung: Reitpferde dürfen nicht jünger als drei Jahre sein. Haben sie dieses Alter erreicht, übernimmt sie auch gern das Einreiten der meist noch verspielten und ungestümen Tiere für ihren Reiter. Eine grundlegende Ausbildung sei wichtig für Pferd und Mensch, der es beherrschen will. Für ein gutes Miteinander, das Spaß macht und dennoch anspruchsvoll ist. „Uns geht es aber überhaupt nicht darum, für Turniere zu trainieren. Darin sehen wir unsere Aufgabe nicht“, sagt Jennifer Heber. Sie weiß aber, dass besonders ehrgeizige Schüler bis zu viermal wöchentlich unter ihrer Anleitung auf dem Sattel sitzen werden.

Jennifer Heber startet mit ihren Angeboten ab Dezember. Lars Löwes Reitunterricht wird peu à peu beginnen – gern aber ab sofort auf Nachfrage. Noch pendelt er – betreibt die Reitställe in Bühlau und Niederseidewitz noch parallel.

www.reitstall-loewe.de