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Relief von Rudolf Sitte erinnert ans alte Betonwerk

SZtolperstein

Von Christoph Scharf

Nur im Winter sind die muskulösen Oberkörper der Arbeiter zu entdecken. Sonst verdeckt grüner Wildwuchs die dicken Oberarme und das Geschlinge von Rohren. „Mich würde interessieren, wer aus welchem Anlass das Kunstwerk geschaffen hat“, sagt Leser Ralf-Peter Slawinski.

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Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach. „Es stammt von Rudolf Sitte, dem Bruder des Malers Willi Sitte“, sagt Götz Müller vom Bautzener Kulturbüro. In Auftrag gegeben hatte es wohl nicht das Betonwerk selbst – an dessen Wand es sich befindet – sondern die für „Kunst am Bau“ zuständige Stelle des Bezirks Dresden. Mehr sei in Bautzen dazu nicht verzeichnet.

Der Bildhauer Rudolf Sitte ist Anfang dieses Monats in Königsbrück gestorben (SZ berichtete). Seinen Nachlass verwaltet der Künstler Frank Findeisen. In den Unterlagen ist zum Bautzener Werk wenig zu finden. „Nur so viel: Das Relief stellt den Werdegang des Eisens dar, den es beim Eisenbiegen durchläuft.“

Das gehörte mit zu den Aufgaben der Betonwerk-Mitarbeiter. Sie konnten sich nur kurz an der Ansicht des Reliefs erfreuen. „Es ist bald nach der Fertigstellung in den Siebzigern oder Achtzigern zugewachsen“, sagt der Maler Hans Kutschke, der damals auf der anderen Spreeseite wohnte. Heute ist das Haus samt Relief Privatbesitz.