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Rettung für die kleine Rakotzbrücke im Kromlauer Park

Die Feldsteinbrücke vorm Rakotzsee ist kaputt und gesperrt. Nun wird sie für mehr als 17 000 Euro saniert.

Von Sabine Larbig

Von Weitem mutet das bizarre Bauwerk am Rakotzsee wie der dornige Rücken eines schlafenden Urzeittiers an. Doch das Ungetüm ist eine einmalige und denkmalgeschützte Brücke aus Feldsteinen, die Parkbesucher trockenen Fußes zu einer Landzunge bringt. Seit Monaten ist die kleine Rakotzbrücke aber gesperrt. Grund: Sie senkt sich, hat Risse, droht einzufallen.

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Jetzt wird die Minibrücke vorm Verfall gerettet und notgesichert. „Aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz haben wir kurzfristig 17 000 Euro für das Vorhaben bekommen“, informiert der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Noch dieses Jahr müssen Einrüstung und Bauarbeiten starten, weil der unerwartete Geldsegen nur bis Ende 2013 zur Verfügung steht. „Es wird schwierig wegen des bevorstehenden Winters“, bekennt Noack. Ohne Fördergelder könnte die Brücke – es müssen Risse mit Spezialmörtel geschlossen und Plomben gesetzt werden – jedoch nicht so schnell gesichert werden. Denn eine Befahrung mit Experten und Denkmalpflegern im Spätsommer ergab, dass eine grundhafte Sanierung inklusive Abpumpen des Seewassers rund 34 000 Euro kostet. Zu viel Geld für die Parkgemeinde, die sich daher über die 90-prozentige Finanzierung der sofortigen Notsanierung riesig freut. „Im Zuge der Baumaßnahmen, für die schon die Ausschreibungen laufen, werden auch Vermessungen vorgenommen“, so Noack weiter. Die seien nötig, um zu klären, ob sich die Brücke weiter senkt und der Einsturz des kompletten Mittelteils droht. Zudem werden so genaue Angaben zur Statik ermittelt. Die sind bislang unbekannt – aber für die Brückensanierung zwingend nötig.

Ob zeitnah zudem der Aufbau der in den 1950er Jahren eingestürzten Grotte – rechter Hand der kleinen Rakotzbrücke – finanziell machbar ist, ist unklar. Erst jüngst wurden bei Aufräumarbeiten im Uferbereich des Rakotzsees von Pflanzen und Gestrüpp überwucherte Überreste gefunden. Schnell kam die Idee des Grottenaufbaus auf. Der wird jedoch in jedem Fall aufwendig. Auch, weil die gefundenen Originalteile viel tiefer liegen als die einstige Grotte. Bergung, Transport und Aufarbeitung durch Spezialisten – die zudem die Grotte selbst nur anhand historischer Unterlagen und Fotos nachbauen können – kann Gablenz auch perspektivisch allein nicht ohne Fördergelder stemmen.

Konzentriert wird sich deshalb vorerst auf die finanziell sichere Notsicherung der kleinen Rakotzbrücke sowie die Sanierung des Schlosses im Kromlauer Park. Dafür hat die Gemeinde seit 22. Oktober auch Geld. Bereitgestellt werden 279 000 Euro Zuschuss vom Freistaat Sachsen und weitere 264 000 Euro vom Bund aus dem aktuellen Sonderprogramm Denkmalschutz. Die Gelder müssen, wie bei der kleinen Brücke, bis Ende dieses Jahres verbaut sein. Ein Zeitplan, den Gebäudetrockenlegung, Einbau neuer Fenster sowie Abbau und Versetzung der Treppenanlage – sie wird behindertengerecht – keinesfalls möglich machen. Laut Dietmar Noack könnten die Arbeiten erst im März 2014 beendet werden. Ein Antrag auf Verlängerung des Zeitraums der Fördergeldbereitstellung sei schon gestellt.

Klappt es, folgt 2014 auch die Sanierung der Schlossfassade. Selbst die sechs Meter langen Dachstuhlbalken können dieses Jahr nicht mehr getauscht werden. „In dieser Größe hat sie derzeit kein Bauhandel der Region vorrätig“, begründet Bürgermeister Noack die Verzögerung.