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Rettungseinsätze überstanden und von Seeleuten gelobt

Glashütte. Die Firma Mühle gab eines ihrer Uhrenmodelle in einen fünfjährigen Dauertest.

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Von Maik Brückner

„Es war ein Nehmen und Geben“, sagt Juniorchef Thilo Mühle und schaut zufrieden auf den S.A.R. Rescue-Timer. Vor fünf Jahren hat die Firma Nautische Instrumente Mühle Glashütte diese Spezialuhr für Seeleute und Segler gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) entwickelt und zeitgleich mit einem langjährigen Test begonnen. Dazu griff das Unternehmen auf eben den Sachverstand der Seenotretter zurück.

54 von ihnen erhielten eine dieser Spezialuhren zum Dauertest. Im Abstand von einem halben, drei und fünf Jahren wurden sie nach ihrer Meinung befragt. „Unsere Leute haben die Uhren bei Wind und Wetter getragen und den Test sehr ernst genommen“, sagt DGzSR-Geschäftsführer Bernd Anders. „Sie waren sehr offen und sehr direkt“, ergänzt er.

Tauchtiefen von 1000 Metern

Positiv für Mühle: Nicht eine der 54 Uhren ging während der Testphase kaputt. Ein Verdienst des robusten Baus, immerhin ist die Uhr so konstruiert, dass sie Tauchtiefen von eintausend Metern mühelos übersteht. „Wir haben sie in Jena testen lassen“, sagt Seniorchef Hans-Jürgen Mühle. Erst bei einem Druck, wie er in 2 500 Meter Tiefe herrscht, wurde der Bodendeckel verbogen. Das robuste Stahlgehäuse und das vier Millimeter starke Saphirglas mit der von innen eingeschliffenen Datumslupe blieben unversehrt.

Auch auf hoher See wurden die Testergebnisse bestätigt. Allerdings gab es auch Kritik von den Seenotrettern, vor allem an den serienmäßig hergestellten Armbändern. In einigen Fällen löste sich der Kautschukring, auch der Schließmechanismus schien den Seenotrettern verbesserungswürdig. „Wir nahmen sieben Veränderungen vor, das meiste betraf das Handling“, berichtet Hans-Jürgen Mühle. Inzwischen sind alle Mängel beseitigt. „Aus unserer Sicht ist sie nicht mehr zu verbessern“, sagt er. Das sieht auch Bernd Anders so: „Sie ist tragbar und zuverlässig“. Ein Vorteil der Uhr ist, dass ihr Ziffernblatt nachts leuchtet.

Inzwischen hat seine Firma 37 500 Timer verkauft. Auch bei dem einen oder anderen Prominenten habe man die Uhr schon gesehen, sagt er zufrieden. An der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger möchte er weiter festhalten. Bei Führungen durch sein Unternehmen lenkt er die Besucher regelmäßig an einem kleinen weißen Plasteboot vorbei, mit dem er Geld für die auf der Ost- und Nordsee aktive Gesellschaft sammelt. Sie kann es gut gebrauchen, da sie sich ausschließlich aus Spenden finanziert.

Insgesamt besitzt die DGzRS zwischen Ueckermünde in Vorpommern und Borkum in Niedersachsen 54 Stationen. Dort liegen 61 Boote immer in Bereitschaft – vergleichbar mit einer Berufsfeuerwehr. Allein 2005 retteten die 185 festangestellten Rettungshelfer 127 Menschen aus Seenot und befreiten 647 aus kritischen Gefahrensituationen, berichtet Bernd Anders. Damit die DGzRS ihre Arbeit fortsetzen kann, überreichte ihr Hans-Jürgen Mühle zum Abschluss der fünfjährigen Testphase einen Scheck in Höhe von 3 000 Euro. Für Anders ist das ein Beweis, dass die Arbeit seiner Gesellschaft auch im tiefen Binnenland wahrgenommen und honoriert wird.

www.dgzrs.de