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Rettungswache zieht auf den Bauhof

In Ottendorf-Okrilla soll ein Neubau entstehen. Mit der Wahl des Grundstücks sind aber nicht alle zufrieden.

Die vom Bauhof genutzten Gebäude bleiben erhalten. Die neue Rettungswache soll auf der großen Freifläche links davon entstehen. Ob sich Bauhof und Rettungswache dann eine Einfahrt teilen werden, steht derzeit noch nicht fest.
Die vom Bauhof genutzten Gebäude bleiben erhalten. Die neue Rettungswache soll auf der großen Freifläche links davon entstehen. Ob sich Bauhof und Rettungswache dann eine Einfahrt teilen werden, steht derzeit noch nicht fest. © Steffen Unger

Ottendorf-Okrilla. Wo jetzt noch Autos parken, die Post große Container abstellt und Ottendorf-Okrillas Bauhof bei Bedarf Material lagert, sollen schon bald Retter auf ihren Einsatz warten. Denn auf dem Bauhof-Gelände an der Dresdner Straße will der Landkreis eine neue Rettungswache bauen. Dafür hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Weg frei gemacht. Dort wurde der Verkauf eines circa 1 800 Quadratmeter großen Teilstücks des Areals an den Landkreis zum vorläufigen Preis von 81 000 Euro beschlossen.

Damit endet die Standortsuche des Landkreises, der bereits seit einiger Zeit eine Neuerrichtung einer Rettungswache plant. Derzeit ist diese in der Gemeinde noch im Gerätehaus der Feuerwehr eingemietet. Wie Kreissprecherin Sarah Günther mitteilt, entspreche diese aber nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Außerdem seien zu wenig Stellplätze für die Rettungsfahrzeuge vorhanden. Gibt es bisher je einen Rettungswagen und Krankenwagen, soll in der neuen Wache noch ein weiterer Krankenwagen stationiert werden.

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Bedenken im Gemeinderat

Neben einem Neubau in Ottendorf-Okrilla sind auch eine Erweiterung der bereits vorhandenen Rettungswache in Radeberg sowie ein Neubau in Königsbrück geprüft worden. Für den Standort in Ottendorf-Okrilla spreche nach Angaben des Landratsamtes aber die Einhaltung der Zeiten des Rettungsdienstes, der in zwölf Minuten sein Ziel erreichen soll. Zuständig sind die Retter aus Ottendorf-Okrilla hauptsächlich für die Gemeinde selbst, Laußnitz und Wachau, kommt aber auch in Radeberg und Pulsnitz zum Einsatz.

Während im Gemeinderat Einigkeit darüber bestand, dass man eine Rettungswache in der Gemeinde wolle, wurden zur Wahl des Grundstücks jedoch Bedenken geäußert. Dieses sei, was den Verkehr betreffe brisant, sagte beispielsweise Gemeinderat René Edelmann. Die Bildung einer Rettungsgasse ist in diesem Bereich der B 97 nicht möglich, und von der Autobahnauffahrt Hermsdorf sowie der Ampelkreuzung mit den Bahnschranken staut sich der Verkehr zurück. 

Auf eine Anfrage der Kreisrätin Viola Berger zu dieser Thematik an den Landkreis erklärte die Beigeordnete des Landrats Birgit Weber, dass die Sonder- und Wegerechte für die Einsatzfahrzeuge in der Straßenverkehrsordnung dies ausreichend regeln würden. „Aufgrund dieser Rechte entstehen keine Beeinträchtigungen“, so Weber. 

Doch das Problem ist in der Gemeinde bekannt. „Bei Rückstau wird es schwer, auch mit Sonder- und Wegerecht, auf die B 97 aufzufahren“, schreibt Gemeindewehrleiter Tobias Kröner auf eine Anfrage von René Edelmann. Dieses Problem habe die Ortsfeuerwehr Ottendorf-Okrilla seit Jahren, da die Einfahrt wird trotz eines Hinweisschilds „Feuerwehrausfahrt“ nicht freigehalten werde, erklärt Kröner. Bei geschlossenen Bahnschranken würden geschätzte fünf Minuten verloren. Wie Bürgermeister Michael Langwald mitteilt, hätten sich Vertreter des Landkreises das Areal angeschaut und sich danach schnell dafür entschieden.

Ausrücken übers Bauhofgelände?

Für den Bauhof selbst sei der Verkauf der Fläche kein Problem, versichert er. Das Gelände sei wesentlich größer als man es brauche, weshalb es leicht falle, ein Stück abzugeben. Und für so einen guten Zweck mache man das gerne. Sandhaufen und Multicars könnten auch im hinteren Teil des Grundstücks gelagert werden, sagt er.

Bedenken wurden aber nicht nur zum Grundstück an sich geäußert, sondern auch zur möglichen Anordnung der Rettungswache auf diesem. So wurde von Gemeinderat Max König die Frage aufgeworfen, warum die Rettungskräfte, wie es in einer gezeigten Visualisierung zu sehen war, über das Bauhof-Gelände ausrücken und nicht direkt zur Straße. Er warnte vor Problemen, wenn sich Bauhof und Rettungswache eine Zufahrt teilen. Der Bürgermeister versicherte daraufhin, dass die Bedenken der Räte dem Landkreis übermittelt werden. Das sei mittlerweile geschehen, sagte Langwald am Dienstag auf SZ-Nachfrage. Er habe Vertrauen, dass eine Lösung gefunden werde.

Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Nach Angaben des Landkreises ist der Baubeginn schon für den Herbst dieses Jahres geplant. Die Bauzeit betrage dann ein Jahr. Die Gesamtkosten betragen über eine Million Euro.

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