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Riesa soll ein Hospiz bekommen

Die Suche nach einem Investor für das geplante Sterbehaus in Riesa scheint erfolgreich. Friedhelm Haaseloop, Vorsitzender des Fördervereins des Klinikums Riesa-Großenhain, ist zuversichtlich, dass es noch im September zum Vertragsabschluss kommen wird.

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Von Christine Keilholz

Die Suche nach einem Investor für das geplante Sterbehaus in Riesa scheint erfolgreich. Friedhelm Haaseloop, Vorsitzender des Fördervereins des Klinikums Riesa-Großenhain, ist zuversichtlich, dass es noch im September zum Vertragsabschluss kommen wird.

Wenn das klappt, wäre der Weg frei für eine Einrichtung, in der unheilbar kranke Menschen stationär gepflegt und bis zum Tod begleitet werden können. „Ein solches Angebot gibt es in Riesa noch nicht“, sagt Haaseloop. Aber angesichts demografischer Entwicklungen werden Hospizdienste in der Stadt wie in der Umgebung immer mehr gebraucht. „Die Menschen werden älter, und die Jungen, die ihre kranken Angehörigen pflegen könnten, ziehen weg.“

Bislang wurden solche Aufgaben vom mobilen ökumenischen Hospizdienst abgedeckt. Dort leitet Katrin Herbst ein Team von 45 ehrenamtlichen Helfern, die in und um Riesa Menschen auf dem Weg zum Tod begleiten. „Wir besuchen die Patienten in Pflegeheimen, zu Hause oder auf der Palliativstation“, sagt Herbst. Dass es ein Hospiz in Riesa geben soll, weiß Herbst. Zwecks Zusammenarbeit habe noch niemand bei ihr angefragt.

„Das ist aber definitiv angedacht“, sagt Friedhelm Haaseloop vom Förderverein. „Auch der Investor wird mit den Wohlfahrtseinrichtungen sprechen. Es geht in keinem Fall um eine Konkurrenz.“ Sondern mehr darum, Patienten, für die mobile Dienste nicht mehr ausreichend sind, gut unterzubringen.

Hoffnung auf Fördermittel

Wer das Riesaer Hospiz betreiben soll, ist die nächste Frage, wenn der Investor final zugesagt hat. Das soll im September passieren – und ist verbunden mit der passenden Immobilie. Für beides haben sich sowohl der Förderverein als auch die Stadt eingesetzt. „Für das Hospiz hatten wir eine alte Villa im Auge“, sagt Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer (CDU). „Im Moment präferieren wir aber einen Neubau, der behindertengerecht ausgebaut werden muss.“ Im Gespräch ist dafür ein Grundstück auf der August-Bebel-Straße, in der Nähe des Klinikums.

Damit ist die seit etwa zwei Jahren vorbereitete Idee eines Sterbehauses ein gutes Stück voran. Oberbürgermeisterin Töpfer betont die Notwendigkeit des Projekts: „Sterben ist ein sensibles Thema, dem wir uns aber stellen müssen. Das nächste Hospiz ist in Großenhain. Eine solche Einrichtung hier bei uns hätte ein Einzugsgebiet bis nach Meißen oder Torgau.“

Nur sieht es derzeit mit Fördermitteln für soziale Projekte eher mau aus. Daher hoffen Stadt und Förderverein auf guten Willen im Sächsischen Sozialministerium.