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Rocker mit Interna aus dem Polizeicomputer versorgt

Ein Polizeimeister soll sensible Daten weitergegeben haben. Sein Verfahren wurde eingestellt.

Dresden. Welche Beziehungen unterhielt ein Dresdner Polizist zur Rockerszene? Das war eine der Fragen im Prozess gegen einen 37-jährigen Polizeimeister, der gestern wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen vor dem Amtsgericht Dresden stand.

Der Angeklagte ist Polizist in Dresden und soll 2012 einen Ausdruck aus dem polizeilichen Auskunftssystem Sachsen (PASS) an einen Rocker vom „MC Gremium“ weitergegeben haben. Er schwieg zu dem Vorwurf. Verteidigerin Ute Mollenhauer argumentierte, die betreffenden Daten hätte der Tätowierer aus Freital auch offiziell erhalten. Das seien keine Interna gewesen.

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Das stimmte so aber wohl nicht ganz. Denn auf dem dreiseitigen Ausdruck aus dem Polizeicomputer über den Gremium-Rocker war handschriftlich „Fahndungsfrei“ und „rechtsmotiviert, gewalttätig“ notiert – diese Informationen stammten aus anderen Polizeidatenbanken. Die Handschrift gehöre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Angeklagten, sagte ein Ermittler als Zeuge. Gegen den 35-jährigen Rocker habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder wegen versuchten Mordes ermittelt. Der PASS-Ausdruck sei im August 2012 bei einer Durchsuchung sichergestellt worden. Es sei jedoch nicht gelungen, eine Beziehung zwischen dem Polizeimeister und dem Rocker nachzuweisen.

Wer sah, wie die Männer gestern vor dem Gerichtssaal ihre Köpfe zusammensteckten, hatte keinen Zweifel: Der Polizist und der Rocker kennen sich offensichtlich gut. Dennoch muss der Polizist kein Urteil fürchten. Das Gericht stellte das Verfahren gegen den Beamten gegen eine Geldauflage von 1 200 Euro vorläufig ein. Die Verfehlung sei nicht groß und die Tat schon recht lange her, so der Richter. (lex)