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Rot-weiße Bänder weg

Für 70 000 Euro ist in den letzten Monaten am alten Pferdestall an der Radeberger Straße der Zentralparkplatz in der Dresdner Heide entstanden. Gestern Vormittag um acht Uhr wurde er freigegeben. Der Dresdner Forstamtsleiter Heiko Müller entfernte die rot-weißen Bänder, die bisher die Einfahrt versperrten.

Von Iris Schmidt

„Das ist ein schmuckes Plätzchen geworden“, sagt anerkennend Klaas Weber, der auf dem Weg nach Hause, nach Großröhrsdorf, ist. Er wollte nicht über die Autobahn fahren, sondern vor dem Weihnachtsurlaub die Landschaft seiner Heimatregion genießen, sich einfach einmal Zeit lassen. Nach dem Verkehrsstress in Dresden macht er an der Heidemühle Halt und probiert die Holz-Sitzgruppe neben der Parkfläche aus. Er wischt den jungfräulichen Schnee von der Bank. Sein Wagen hat die erste Spur auf dem neuen Platz hinterlassen. Weber stellt seinen fahrbaren Untersatz natürlich kostenlos hier ab.

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"Was hast du zu essen mit, Mama?"
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Kaum sind die ersten Meter zurückgelegt, ertönt lautstark diese Frage. Denn so schön das Wandern ist, ohne Picknick ist der Spaß nur halb so groß.

Dicke Sandsteinbrocken mit einer Schneehaube begrenzen den neuen Zentralparkplatz in der Heide, auf dem ab sofort rund 50 Autos Platz haben. Es gibt eine Holztreppe, die zur Bushaltestelle führt, und es stehen Behältnisse für den Abfall bereit. Das Dresdner Forstamt hatte den Bau in Auftrag gegeben. Forstamtsleiter Heiko Müller über das Projekt: „Ich bin zufrieden, das ist wirklich gut geworden.“

Von Beginn an stand fest: Es werden Parkplätze an der Radeberger Straße geschlossen. Noch ist es nicht soweit, beruhigt Müller prophylaktisch die Gemüter. Die ersten drei sind im nächsten Jahr dran. (s. Grafik) Insgesamt müssen fünf der zehn Parkplätze im stadtnahen Wald dran glauben, werden der Natur zurückgegeben. Zwei Parkplätze bleiben garantiert bestehen. Der Fischhausparkplatz, der sich schon in Dresden befindet, und der unmittelbar vor dem Ortseingangsschild von Radeberg.

Das Forstamt Dresden plant seit Juni 2001 diesen zentralen und befestigten Parkplatz gegenüber der Heidemühle. Die ersten Ideen stammen noch aus der Zeit der Wende. Die Bauarbeiten dauerten rund ein halbes Jahr, das Projekt kostete 70 000 Euro. Es ist damit um etwa 30 000 Euro billiger als ursprünglich gedacht. Das Areal ist mit Rasengittersteinen ausgelegt, die Begrenzungen sind aus Holz und braun-grauem Sandstein. Als naturnah und rustikal, beschreibt der Forstamtschef das Projekt. „Von Luxus war nicht die Rede, den wollten wir hier mitten im Wald auch nicht haben“, bekräftigt Forstamtsleiter Müller. Der erste Spatenstich für den zentralen Heide-Parkplatz fand im Juli statt.

Jetzt liegt das Areal, es ist etwa einen halben Hektar groß, verschneit da. Natürlich wird der Wald nicht gefegt, sprich der Parkplatz nicht geräumt. Es ist also Vorsicht bei Eis und Schnee geboten. Besondere Aufmerksamkeit muss jeder Nutzer bei der Einfahrt walten lassen. Sie erreichen den Parkplatz über den Gänsefuß, also biegen aus Radeberg kommend vor dem alten Pferdestall rechts in Richtung Langebrück und Heidemühle ab. Einziger Wermutstropfen: Leider fehlt noch ein entsprechendes Hinweisschild.