merken
PLUS

Russische Seele und Sänger der Moderne

Das umfangreiche Repertoire von Ronny Weiland konnten am Donnerstag die Konzertbesucher der Lausitzhalle erleben.

Ronny Weiland in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle im russischen Kostüm.
Ronny Weiland in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle im russischen Kostüm. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Hoyerswerda. Ständig größer wird die musikalische Vielfalt in unserem Land. Einer, der dafür steht, ist Ronny Weiland aus dem thüringischen Apolda. Der gelernte Steinmetz legte 2001 an der Dresdner Frauenkirche seine Steinbildhauermeisterprüfung ab. Dass er auch singen kann, wusste er damals noch nicht. Erst 2004 begann durch Zufall diese seine Karriere. Da sang er auf einer Geburtstagsparty mehr aus Jux als aus Berufung. Doch der Jux wurde schnell zur Berufung und der Einzug in das internationale Musikgeschäft glückte fast über Nacht. Kein Wunder: Was für eine Stimme!

Teppich Schmidt
Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
Sieben Wohnwelten – ein Geschäft

Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Nur nicht im Rundfunk

Konzertreisen führten ihn durch die Welt; das öffentlich-rechtliche Fernsehen klopfte ebenso an wie die privaten Musiksender „Melodie tv“ und „Deutsches Schlagerfernsehen“. Nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht: „Den beherrscht eine «Familie», in die ich nicht reinpasse“, sagte er unter dem Beifall der 600 Besucher der Hoyerswerdaer Lausitzhalle. Das Konzert musste angesichts des regen Karten(vor)verkaufs vom geplanten, aber viel zu kleinen Forum in den großen Saal verlegt werden.

Hommage an Ivan Rebroff

Der erste Konzertteil galt den Melodien aus dem alten und neuen Russland, vom Wolgastrand, der Krim und der Taiga. Sie waren für Ronny Weiland die Begleiter von der Steinmetzwerkstatt auf die Bühnen der Welt. „Das Glöckchen“, die „Schiwago-Melodie“, „Moskaus Nächte“, „Die russischen Puppen“ und „Das Wolgamädchen“ ... Lieder aus vergangener Zeit, die nicht einmal die Mitglieder der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft in der DDR kannten. Ronny Weiland singt diese Titel mit Leidenschaft. Alle kann er auf seinen CDs gar nicht unterbringen. Auch an sein großes Vorbild Ivan Rebroff erinnerte er. Vor 20 Jahren sang Rebroff noch selbst in der Lausitzhalle. Rebroffs größtes Vermächtnis ist das Musical „Anatevka“. In 1 400 Aufführungen sang er Tevjes „Wenn ich einmal reich wär“. Nun singt es Ronny Weiland. Die kurzweiligen russischen Titel erfreuten das Lausitzhallenpublikum: „Valerie spielt Balalaika und träumt dabei von seiner Taiga“, „Am Kai vor der Krim“, das „Wolgalied“ aus Lehárs Operette „Der Zarewitsch“ und der Walzer Nr. 2 von Dimitri Schostakowitsch: „Schön war die Zeit“.

Nach der Pause gab Ronny Weiland einen Ausblick in seine musikalische Zukunft und einen Rückblick zu seiner eigenen Entstehung. Dabei zeigte er die Vielfalt seines Repertoires mit der „Barcarole“, „Tiritomba“, Schlagererinnerungen wie „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ und mit „Butterfly“. Mit Blick auf seine musikalische Zukunft hat Ronny Weiland ein Schlageralbum herausgegeben mit der Titelmelodie „Die Uhr des Lebens“, mit nachdenklichen Geschichten aus dem Leben in vielfältiger Weise. Und Ronny Weiland mahnte an, die Waffen auf dieser Welt endlich schweigen zu lassen. Sein Lied „Das Würfelspiel“, es erscheint im August auf einer neuen CD, ist eine musikalische Ansage an alle, die seit mehr als 2000 Jahren mit Würfelspielen aller Art die Menschheitsgeschichte bestimmen. Riesenapplaus und Standing Ovations begleiteten den Sänger zum Finale, bei dem der Gefangenenchor aus „Nabucco“ nicht fehlen durfte.