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Sängerin Patricia zieht’s aufs Land

In Lichtenberg will das Schlagersternchen bauen. Und mit Andy Borg durch Deutschland touren.

© Matthias Schumann

Von Reiner Hanke

Lichtenberg. Flott parkt Schlagersternchen Patricia Larraß ihren Flitzer mit dem Stern auf der Motorhaube vor dem Pulsnitzer Schützenhaus. Denn die Region Pulsnitz wird bald ihre neue Heimat sein. Im benachbarten Lichtenberg wollen sie und ihr Partner Martin sich den Traum von einem beschaulichen Leben auf dem Land erfüllen, eine gemeinsame Entscheidung. Fern vom Dresdner Großstadtrummel, sagt die hübsche Blondine und bestellt ein Wasser - keinen „Cappuccino mit viel Schaum“. So hieß der Song, der die 26-Jährige auf die Erfolgsspur brachte. Daran hatten wohl auch die Show „TV Total“ und Stefan Raab einen Anteil. Dort sang Patricia ihren Cappuccino-Song im Duett mit dem Entertainer. Der hatte sie eingeladen. Patricia Larraß erinnert sich: „Ich war unfassbar aufgeregt. Keiner wusste so genau, was Stefan Raab vorhat.“ Der war dann doch ganz charmant. Er hatte die Sängerin im MDR gesehen und die Melodie nicht aus dem Kopf bekommen, ließ er etwas augenzwinkernd wissen. Das war der Durchbruch. Denn danach ging es wohl auch Dieter Thomas Heck so ähnlich und das ZDF klopfte an. Heck kam aus dem Schwärmen über den neuen Stern am Schlagerhimmel gar nicht heraus. Weitere TV-Auftritte folgten, bei Achim Mentzel in der Hitparade oder bei Stefan Mross.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Patricia Larraß und Andy Borg gehen gemeinsam auf Konzertreise.
Patricia Larraß und Andy Borg gehen gemeinsam auf Konzertreise. © privat

Aber die junge Frau hat nicht nur eine klare Stimme, sondern ist auch bodenständig. Sie studierte erst mal. Aber nicht etwa Gesang, sondern Kommunikationswissenschaften. „Ich will mich nicht nur auf den Gesang verlassen.“ Sie wolle ja nicht ans Schlimmste denken, aber wie schnell könne die Stimme schwächeln und die Musikkarriere beenden. So fährt die junge Frau momentan sogar zweigleisig. „Ich habe einen Job bei einer Dresdner Software-Firma.“ Als Marketingmanagerin. Solange sie den mit der Musik am Wochenende unter einen Hut bringen könne, sei sie sehr zufrieden. Geübt werde immer mal zwischendurch, auch im Auto: „Martin begleitet mich bei den Auftritten am Wochenende. Es ist schön, wenn man sich auf jemanden verlassen kann.“ Ihr Partner ist Teamleiter im Werkzeugbau und nebenbei Tänzer. „So kennt er das Gefühl, auf der Bühne zu stehen.“

Mit bekannten Stars unterwegs

Die Musik war während ihres Studiums in den Hintergrund gerückt. Das ändert sich nun. Patricia startet wieder durch. Und so kam im Juni ihr neues Album auf den Markt. „Kopfüber ins Leben“, heißt es, genau wie der Titelsong und gibt damit auch Einblick ins Gefühlsleben der Sängerin selbst: nach dem Studium neu durchzustarten. Das Album verrät aber noch mehr, eine Entwicklung. Der Titelsong ist deutlich poppiger, im Vergleich zu früheren Liedern, als noch vom Volksmusikküken die Rede war. Das ist flügge geworden. Erwachsen, wie sie sagt. Die Veränderung sei gewollt, sie entscheide selbst viel stärker mit, wohin es musikalisch geht: „Und auch der Musikgeschmack ändert sich.“ Aber im Blut liegt ihr die Musik schon immer. Als Kind besuchte sie die Musikschule, nahm unter anderem Klavier- und später Gesangsunterricht. „Meine Eltern erzählen gern, dass ich schon in der Kita bei den Spaziergängen alle mit Gesang unterhalten hätte.“ Andere Leute unterhalten und mit ihrer Musik erfreuen, das ist nach wie vor ihre Leidenschaft. In den kommenden Wochen plant die künftige Lichtenbergerin viele Live-Auftritte. So werde sie gemeinsam mit Schlagersängerin Monika Martin unterwegs sein. Im kommenden Jahr will sie mit der Schlagerikone Andy Borg quer durch Deutschland touren. Ein Duett ist noch nicht geplant: „Ich wäre nicht abgeneigt“, sagt Patricia Larraß.

Ein bisschen Romantik muss sein

Die Texte für die aktuelle CD stammen diesmal alle aus ihrer Feder. Die Ideen kommen aus ganz unterschiedlichen Quellen, manchmal aus einem Gespräch mit Freunden, manchmal bei einem Film, der sie berührt, manchmal auch unter der Dusche. Umso genauer verfolge sie aber auch, wie die Texte ankommen. Sie erinnert sich zum Beispiel an ein Lied über eine wiedergefundene Jugendliebe. „Genauso war es bei mir auch“, stand dann in der E-Mail aus der Fanpost. „Wenn ich den Nerv mit meinen Texten treffe, ist das doch schön“, sagt Patricia. Die drehen sich auch immer wieder um das Thema Liebe. „Ich bin selbst sehr glücklich und wünsche es jedem anderem auch.“ Die Melodien schrieb für die aktuelle CD der erfolgreiche Komponist und Produzent André Stade. Manchmal komponiere sie aber auch selbst. Daneben wird am gemeinsamen Heim in Lichtenberg und am Familienleben geplant. Noch dominiert üppiges Grün auf dem 600-Quadratmeter-Grundstück in dem Neubaugebiet am Ortsrand. Dort sollen dann auch mal die Kinder im Garten spielen. Hochzeit steht noch keine an. Sie sei da auch altmodisch oder romantisch – wie man es nennen will. Um ihre Hand müsse ihr Martin schon klassisch anhalten.

Mancher mag das alles vielleicht ein bisschen spießig finden. Sie sei im ländlichen Bautzner Ortsteil Niederkaina aufgewachsen, sagt Patricia. „Da ist es natürlich zuerst aufregend, wenn man auszieht und in die Großstadt geht.“ Sie sehne sich jetzt aber wieder nach dem Land, nach der Ruhe und nach guter Luft. Dinge, die das Paar in Dresden vermisse. Die Großstadt sei laut und hektisch. Trubel habe sie im Beruf und auf der Bühne genug. Dabei mussten die beiden ganz schön rund um Dresden suchen, bis die Wahl endlich auf Lichtenberg fiel: „Hier sind wir schnell auf der Autobahn Richtung Dresden oder zum nächsten Auftritt. Und wohnen trotzdem ruhig.“ Nun können es die beiden kaum erwarten, dass es losgeht mit dem Bau. Den Grundriss haben wir schon lange im Kopf.“ Und vielleicht kommt ja auch mal ein Auftritt im heimischen Schützenhaus in Pulsnitz.