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Freier Eintritt in Museen: schön, aber schwierig

Museen sind Orte der Bildung und keine billigen Freizeitoasen. Doch es gibt Beispiele, die zeigen, dass es auch anders geht. Ein Kommentar.

© dpa/SZ

Gratiseintritt in Sachsens Museen, so wie ab 2021 in Leipzig eine schöne Idee. Wäre es nicht möglich, ihn wenigstens den Menschen zu gewähren, die ihren Wohnort in Sachsen haben? 

Darüber wurde in den zuständigen Ministerien und in den Staatlichen Kunstsammlungen immer wieder nachgedacht und dabei auch überlegt: Soll man nur die Touristen abkassieren? In großer Zahl strömen sie ins Dresdner Schloss und in die Gemäldegalerie, die nun nach sieben Jahren Sanierung wieder geöffnet wird. An diesem Wochenende ist der Eintritt noch frei. Ab nächster Woche muss gezahlt werden. 

Bestens versorgt in der Altmarkt-Galerie Dresden

Zur Sicherstellung der öffentlichen Nahversorgung sind viele Shops für Sie weiterhin erreichbar und geöffnet.

Reist man zum Beispiel nach London und besucht dort ein Museum, kann man sein Geld stecken lassen, wenn man die ständige Ausstellung sehen will. Egal, ob man Tourist oder Einheimischer ist, zahlen muss man nur für Sonderausstellungen – dann aber nicht selten eine Summe, für die ein Rentner in Dresden schon eine Jahreskarte bekommt.

Wie man es auch dreht und wendet: Museen müssen mit den Einnahmen aus den Ticketverkäufen und dem, was ihnen ihre Träger bewilligen, ihren laufenden Betrieb bestreiten, Ausstellungen machen, forschen, restaurieren ... Freier Eintritt wird von den Besuchern sicher gern angenommen und dürfte viele Menschen mehr ins Museum locken. Aber er muss finanziell untersetzt werden, wenn die Museen nicht ausbluten sollen. Hinzu kommt, dass im Osten Deutschlands Sponsoren nicht so dicht gesät und auch nicht so großzügig sind wie im Westen,

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Leipzig will ab 2021 den Eintritt in die städtischen Museen abschaffen. Außerdem soll ein Zentraldepot entstehen.

Museen sind Orte der Bildung und keine billigen Freizeitoasen. Aber solange selbst Schulen und Universitäten sich ihre Etats immer aufs Neue mit guten Argumenten erkämpfen müssen, wird der freie Eintritt in Museen weiter die Ausnahme bleiben.

E-Mail an Birgit Grimm