merken
PLUS Dippoldiswalde

Scheune brennt in Bärenstein

Stroh und Heu stehen in Flammen. Auch ein Auto fiel dem Feuer am frühen Sonnabendmorgen zum Opfer. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Diese Scheune im Altenberger Ortsteil Bärenstein brannte in den frühen Morgenstunden am Sonnabend.
Diese Scheune im Altenberger Ortsteil Bärenstein brannte in den frühen Morgenstunden am Sonnabend. © Egbert Kamprath

Kurz nach 3.30 Uhr am Sonnabendmorgen heulten die Sirenen in Bärenstein und Umgebung im Osterzgebirge. Die Kameraden der freiwilligen Wehren wurden zu einem Großbrand gerufen. 

Schon von weitem war der Feuerschein am Nachthimmel zu sehen. Am Ortseingang, direkt neben der Müglitztalstraße und in Nähe der Firma Herbrig brannte ein Stroh- und Heulager des Versuchsgutes Börnchen. Aus dem Inneren waren mehrfach Explosionen zu hören, vermutlich von den platzenden Reifen eines hier abgestellten Pickups.

TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen

Was ist los in Sachsen und Umland? Wo gibt es was zu erleben? Unsere Top-Veranstaltungen der Woche!

Ein Mann entdecke, wie das überdachte Heu- und Strohlager auf dem Nachbargrundstück in Flammen stand. 

Die Feuerwehr musste zum Löschen eine fast einen Kilometer lange Leitung zum ehemaligen Stadtbad sowie in den nahe gelegenen Fluss Müglitz legen. So war für ausreichend Wasser gesorgt. Das wurde beim Brand von 500 Ballen Stroh und 1.000 Ballen Heu auch gebraucht. Allen Einsatzkräften war bewusst, dass sie lange vor Ort bleiben würden. Hauptaugenmerk war der Erhalt des benachbarten Kuhstalls, in dem normalerweise 60 Rinder stehen. Diese befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes aber gerade auf der Weide. Außerdem war in unmittelbarer Nähe des Feuers ein Traktor abgestellt. Der Plasttank war durchgeschmolzen, sodass sich die Landmaschine nicht mehr bewegen ließ. Die Feuerwehrleute sorgen für Kühlung, damit an dem rund 150.000 Euro teuren Traktor nicht noch größere Schäden entstehen. 

Dieser Ford war nur noch Schrott.
Dieser Ford war nur noch Schrott. © Egbert Kamprath
Etwa 80 Feuerwehrleute rückten zum Einsatz aus.
Etwa 80 Feuerwehrleute rückten zum Einsatz aus. © Egbert Kamprath
Das Stroh brannte lichterloh.
Das Stroh brannte lichterloh. © Egbert Kamprath
Der Traktor wurde durch die Hitzeeinwirkung ebenfalls beschädigt.
Der Traktor wurde durch die Hitzeeinwirkung ebenfalls beschädigt. © Egbert Kamprath

Beim Brand des Strohlagers konnten sie dagegen nur zuschauen und das Feuer unter Kontrolle behalten. Zum Glück herrschte kein starker Wind, der das Feuer zu einem benachbarten Wohnhaus oder dem feinmechanischen Betrieb hätte treiben können. Nach Auskunft von Stadtwehrleiter Jan Püschel waren insgesamt rund 80 Einsatzkräfte vor Ort. Gegen Mittag war das Feuer zwar unter Kontrolle, doch die Brandnester konnten nur dadurch beseitigt werden, indem das Heu Stück für Stück abtransportiert wurde.

Thomas Hubald, Geschäftsführer des Versuchsgutes schätzt den Schaden allein an der Halle auf rund 200.000 Euro. Dazu fehlt nun das Futter für die Tiere. Den Landwirt beschleicht zudem ein ungutes Gefühl, denn es ist mittlerweile der dritte Brand in der Region in kurzer Zeit. Dass das in der Halle abgestellte Fahrzeug Brandherd gewesen sein könnte, glaubt Thomas Hubald nicht. Als er vor Ort ankam, stand die Halle bereits im Vollbrand, aber die Flammen hatten das Auto gerade erst erreicht. 

Brennende Strohlager haben so die Feuerwehr innerhalb einer Woche bereits zweimal beschäftigt. Auch in Ruppendorf war ein Großaufgebot im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Während der Löscharbeiten war die Müglitztalstraße (S178) zwischen Bärenstein und Lauenstein in beide Richtungen voll gesperrt. Personen oder Tiere wurden nicht verletzt.

Update, 30. August, 11.32 Uhr:

Weiterführende Artikel

Nur einmal Brandstiftung

Nur einmal Brandstiftung

Die Ermittlungen der Polizei zu den beiden Großfeuern in Bärenstein und Ruppendorf gehen jeweils in eine andere Richtung.

Viele Brände - ist das alles nur Zufall?

Viele Brände - ist das alles nur Zufall?

In Bärenstein ist am Sonnabend das dritte Strohlager diese Woche im Landkreis in Flammen aufgegangen. Ist das eine Serie? Oder gibt es sogar noch eine zweite?

Wie die Polizei am Sonntagvormittag mitteilt, wird in Bärenstein jetzt wegen Brandstiftung ermittelt. Zeugen haben demnach vor Brandausbruch ein Auto wahrgenommen, dass sich offenbar eilig vom Ort entfernte. Der Brandort wird nun mit Unterstützung eines Brandursachenermittlers untersucht. Der Schaden wird derzeit auf eine mittlere sechsstellige Summe geschätzt. 

Mehr zum Thema Dippoldiswalde