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Schicksal von Kultkneipe am Schillerplatz entscheidet sich Montag

Die „Vorstadt“ muss aus ihrem alten Domizil raus. Nun hofft der Betreiber auf Besitzer eines Hauses neben dem Café Toskana.

Norbert Süßmilch wird an diesem Wochenende Mühe mit dem Einschlafen haben. Denn am Montag entscheidet sich das Schicksal seiner Kultkneipe „Vorstadt“.

Dann will der Eigentümer des Hauses neben dem Café Toskana entscheiden, ob Süßmilch in dem Ladenlokal auf der Brückenrampe des Blauen Wunders eröffnen darf. Aus seinem ursprünglichen Domizil an der Kreuzung Naumannstraße/Karasstraße muss der 30-Jährige raus. Der Besitzer will es so. Was dort einziehen soll, ist unklar. Gegenüber der SZ äußerte der Eigentümer, ein Sebnitzer Arzt, nur, dass es ein Geschäft aus dem Medizinbereich sein könnte. Ein Großteil der Wohnungen in den Obergeschossen steht bereits leer.

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Nur noch bis Juni ist die „Vorstadt“ deshalb am alten Platz anzutreffen. Das gemütliche Eckchen, viele nennen es sogar das Wohnzimmer vom Schillerplatz. Für manche ist es auch der „Späti“, der Spätshop, indem die häuslichen Vorräte auch zu nächtlicher Zeit noch aufgefrischt werden können. Seit neun Jahren betreibt Süßmilch das Lokal. „Ob ich weitermachen kann, weiß ich noch nicht“, sagt er. „Aber daran hängt meine Existenz.“

Süßmilch ist Quereinsteiger, hat die Kneipe im Alter von 21 Jahren mit einem Freund eröffnet, der später wieder ausstieg. Das Ziel: eine Kneipe am Schillerplatz, die vor allem für junge Leute da sein soll. Bis heute ist die „Vorstadt“ die einzige Kneipe mit diesem Anspruch. Denn am Schillerplatz finden sich vor allem Restaurants oder Fastfood-Läden. Eine alternative Kneipenszene wie in der Neustadt gibt es im wichtigsten Stadtteilzentrum des Dresdner Ostens nicht – bis auf die „Vorstadt“. Seit Jahren besuchen nicht nur Stammgäste die beliebten Kultabende oder gucken am Sonntag gemeinsam Tatort. Seit Wochen verhandelt Norbert Süßmilch deshalb mit einem Makler über den früheren Dritte-Welt-Laden. Ein Finanzierungskonzept habe er eingereicht. Bislang habe der Eigentümer keine Entscheidung getroffen. Nach SZ-Informationen interessiert sich ein weiterer Bieter aus dem Gastronomiebereich dafür. In den schlaflosen Wochenendnächten wird Norbert Süßmilch deshalb hoffen müssen. Gestern hat er seine letzte Ausstellung mit Werken befreundeter Künstler in der „Vorstadt“ eröffnet. Sie ist täglich von 18 bis 1 Uhr zu sehen. (two) Kommentar