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Schloss-Sanierung aufwendig und teuer

Lauenstein kommt mit den Arbeiten im ehemaligen Wirtschaftshof nicht so voran wie geplant. Das hat Folgen.

Vier Gebäude vom ehemaligen Wirtschaftshof von Schloss Lauenstein werden saniert. Die Bausubstanz kann gerettet werden. Aber im Innenausbau gibt es Abstriche.
Vier Gebäude vom ehemaligen Wirtschaftshof von Schloss Lauenstein werden saniert. Die Bausubstanz kann gerettet werden. Aber im Innenausbau gibt es Abstriche. © Foto: Egbert Kamprath

Der Altenberger Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung weitere Arbeiten für die Sanierung des Vorschlosses in Lauenstein vergeben. Für knapp 4.900 Euro sollen Innentüren erneuert werden. Den Auftrag erhielt die Firma Ekkehard Landgraf aus Döbeln. Insgesamt waren drei Angebote eingegangen, keines unmittelbar von einem Betrieb aus der Region. Das ist bezeichnend für die Lage auf dem Baumarkt und für das Großprojekt Vorschloss Lauenstein. Es kommt nicht so voran, wie sich das die Stadt Altenberg erhofft hatte. Daraus macht Bauamtsleiter Andreas Gabler kein Hehl. „Wir sind sehr optimistisch herangegangen“, sagte er.

Ursprünglich lagen die Kostenschätzungen eines Ingenieurbüros für die Sanierung des rechten Flügels, inklusive Tor, vom einstigen Wirtschaftshof der Herrschaft von Bünau bei rund 3,5 Millionen Euro. Und die Stadt war sehr glücklich, im Jahr 2016 in ein Bundesförderprogramm aufgenommen zu werden. Das Bundesbauministerium sicherte zu, 90 Prozent der Kosten zu übernehmen. Das war eine einmalige Chance, mehrere marode Gebäude des historischen Ensembles vor dem Verfall retten und einer neuen Nutzung zuführen zu können. Die Bergstadt als Eigentümerin der Immobilie kommt mit einem Eigenanteil von zehn Prozent davon. Doch als es nach vielen Gutachten und Voruntersuchungen, die in dem Projekt von den großzügigen Förderern gefordert waren, 2017 endlich zur Ausschreibung kam, stellte sich schnell heraus, dass das Geld nicht reichen wird. „Die kalkulierten Preise waren nicht mehr haltbar“, erinnerte Gabler. Die Baukonjunktur hatte angezogen und damit die Preise. „Wir könnten noch rund 900 000 Euro gebrauchen“, so die Bilanz.

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Als sich diese Situation abzeichnete, hatte die Stadt zusätzliche Fördermittel beantragt. „Der Bund prüfte das, lehnte aber eine Nachförderung ab“, sagte Gabler. Mit dieser Situation muss sich Altenberg nun arrangieren. Das bedeutet, die Stadt müsse jetzt so planen, dass das Förderziel trotzdem erreicht wird. Es müsse in den Bereich Sport, Jugend und Kultur investiert werden. Unter dieser Maßgabe waren die Bundeszuschüsse genehmigt worden. So ist unter anderem geplant, einen Mehrzweckraum herzurichten. Die Stadt versucht, mit dem zur Verfügung stehenden Geld nutzbare Abschnitte herzustellen, wie es Gabler nannte. Die gesamte Nutzfläche soll knapp 600 Quadratmeter betragen.

Die ursprünglich vorgesehenen Wohnungen, anfangs mal gedacht zur Unterbringung von Asylbewerbern, die ein Bleiberecht erhalten, spielen derzeit keine Rolle mehr im Konzept. Sie mussten aus Kostengründen gestrichen werden. Dafür wird ein Fahrstuhl eingebaut, um die Barrierefreiheit im Objekt herzustellen. Auch das ist eine Forderung. Diese umzusetzen, kostet rund 70.000 Euro.

Eigentlich sollte die Sanierung schon im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Auch an diese Bedingung waren die Fördermittel geknüpft. Da das ganze Verfahren aber sehr zeitaufwendig war, bis der Bau überhaupt starten konnte, gelang es, die Frist zu verlängern. Nun ist der Fertigstellungstermin im Oktober geplant.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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