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Schmale Poststraße wird deutlich breiter

Die Verbindung durch Löbtau wird asphaltiert. Das gefällt nicht jedem. Kritik an den Millionen-Plänen wird laut.

© André Wirsig

Von Lars Kühl

Wer von der Kesselsdorfer in die Poststraße einbiegt, muss aufpassen. Das Pflaster ist holprig, links und rechts parken Autos. Es ist wirklich eng, Begegnungsverkehr quasi unmöglich. Dass diese Piste dringend saniert werden müsste, ist kein Geheimnis. Dabei ist die Poststraße nicht die einzige Verbindung in Löbtau, die veraltet ist. Doch sie wurde jetzt von der Stadt auserwählt. Geld aus dem Topf für das Sanierungsgebiet Löbtau steht zur Verfügung. Die Poststraße ist das letzte Vorhaben, das mit dem Programm umgesetzt werden soll, das seit 1994 läuft.

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Noch ist nichts spruchreif, aber die Vorplanung steht. Vier Varianten wurden aufgestellt, von denen eine von der Verwaltung favorisiert wird. Dem Cottaer Ortsbeirat wurde sie jüngst vorgestellt. Wichtigster Punkt: Die Verbindung wird deutlich breiter, misst später 5,50 Meter statt wie bisher rund vier Meter. Das freut nicht alle. Ortsbeirat Alexander Bigga von den Grünen übte Kritik an den Plänen. Er fragte auch: „Warum ausgerechnet die Post- und nicht die Bünaustraße?“ Auf der Parallelstraße seien mehr Autos und Schulkinder unterwegs. „Weil auf der Postraße mehr Wohnhäuser stehen“, rechtfertigte Stadtplanerin Ricarda Häuser den Entwurf.

Die Baukosten werden auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Zwischen der Kesselsdorfer Straße und dem Bonhoefferplatz soll die Poststraße auf rund 500 Metern saniert werden. Ihr ursprünglicher Charakter aus der Gründerzeit soll dabei erhalten und aufgewertet werden.

Die Fahrbahn wird asphaltiert, damit es ruhiger wird. Für Bigga ein Widerspruch, denn er rechnet damit, dass es laut bleibt, wenn die Autos schneller durch die breitere Straße fahren können. Peter May (SPD) erklärte dagegen: „Es ist wichtig, dass das Kopfsteinpflaster wegkommt.“ Auch der Fachverband Fußverkehr Deutschland hat sich gemeldet. Durch die breite, asphaltierte Straße werde der Durchgangsverkehr nach Dölzschen und Plauen erhöht, erklärt Landessprecher Frank Kutzner. Die Poststraße verliere ihren Charakter als Wohnstraße. Zudem werde es für Radfahrer gefährlicher. „Pkw-Fahrer werden versuchen, ohne Fahrstreifenwechsel zu überholen.“

Platten für die Fußwege

Die Pkw-Stellplätze behalten das ortstypische Großpflaster. Die Gehwege bekommen Betonplatten und die Grundstückseinfahrten geschnittenes Pflaster. Damit wurde auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern reagiert. Für Kutzner nicht genug. Er fordert durchgehende Gehweg-Platten.

Durch die Straßenverbreiterung und weil die Fußwege künftig je 2,50 Meter messen, verschwinden Grünstreifen. Neun Bäume müssen gefällt werden, acht bleiben erhalten. Allerdings werden 47 Bäume neu gepflanzt. Wenn die irgendwann einmal die entsprechende Höhe haben, soll die Poststraße wie eine Allee wirken.

Ein wichtiges Ziel bei der Planung ist es auch, eine möglichst hohe Anzahl von Stellplätzen zu erhalten, da die Parksituation in Löbtau katastrophal ist. Nach der Sanierung sollen dann 112 Längsstellflächen zur Verfügung stehen. Auch der Grünen-Vorschlag, Stellplätze für Fahrräder zu schaffen, soll mit in die Planung eingearbeitet werden.

Um die Poststraße künftig ausreichend zu beleuchten, sind 28 historische Gaslaternen vorgesehen, die elektrifiziert sind. Sie sollen im Abstand von 15 Metern versetzt auf beiden Seiten stehen. Allerdings will das Denkmalschutzamt einer Elektrifizierung des Abschnittes zwischen Schilling- und Bonhoefferplatz nicht zustimmen. Auf diesen etwa 350 Metern will es die gasbetriebenen Kandelaber erhalten. Dagegen hatte sich erst kürzlich im Ortsbeirat Widerstand geregt. Mit der Begründung, dass den Löbtauern gut ausgeleuchtete Fußwege aus Sicherheitsgründen lieber sind als der Bestandsschutz. Unterstützt werden sie vom Straßen- und Tiefbauamt, das in seiner Stellungnahme die Elektrifizierung des gesamten Sanierungsabschnittes vorschlägt, um Risiken für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer auszuschließen.

Im Cottaer Ortsbeirat erhielt die Vorzugsvariante die breite Zustimmung. „Das ist eine schöne Sache“, sagte Maik Peschel (CDU) stellvertretend. Nur die Grünen stimmten gegen den Entwurf.