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Schulcoach arbeitet jetzt im Oberland

Zoff gibt es in jeder Klasse mal, sagt Uwe Radeck. Er ist aber auch Ansprechpartner an der Oberschule in Ebersbach, wenn's um Probleme mit Eltern oder Drogen geht. 

Sozialarbeiter Uwe Radeck war erst in Löbau. Nun arbeitet er an der Andert-Oberschule in Ebersbach.
Sozialarbeiter Uwe Radeck war erst in Löbau. Nun arbeitet er an der Andert-Oberschule in Ebersbach. © Matthias Weber

Uwe Radeck ist problemerprobt. Nicht nur, weil er viele Jahre an der Pestalozzi-Oberschule in Löbau als Schulcoach Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte der Schüler gewesen ist. Auch um seine Arbeit als Schulsozialarbeiter musste er immer wieder bangen. Bisher konnten Schulsozialarbeiter - auch Schulcoaches genannt - mit Mitteln aus der Europäischen Union finanziert werden. Jahr für Jahr mussten dafür aber Schule und Sozialarbeiter einen erneuten Antrag stellen. Und Jahr für Jahr war unklar, ob das Geld kommt. So erging es auch Uwe Radeck in Löbau. Nun gibt es neue Richtlinien. Seit dem laufenden Schuljahr kann nun jede Oberschule einen Schulsozialarbeiter beschäftigen. Uwe Radeck kann dadurch wieder in seinem Beruf arbeiten und Kinder und Jugendliche betreuen - allerdings jetzt im Oberland. Radeck ist seit Beginn des Schuljahres als Schulsozialarbeiter an der Andert-Oberschule in Ebersbach beschäftigt. Träger ist der Internationale Bund (IB). Zuvor hatte es an der Andert-Schule viele Jahre gar keinen Sozialarbeiter gegeben. 

Radeck weiß durch seine jahrelange Berufserfahrung als Schulsozialarbeiter an der Löbauer Pestalozzi-Oberschule: "Zoff gibt es in jeder Klasse mal." Das ist in Ebersbach nicht anders. Manchmal gehe das schon in Mobbing über, es gibt Ärger unter Freunden, in der Familie. Bei älteren Schülern kämen auch schon Probleme mit Alkohol ins Spiel, berichtet Uwe Radeck von seinen Erfahrungen. Dabei stellt er fest, dass ihm an der Andert-Oberschule noch keine spezielle Problematik aufgefallen ist. Seine Aufgaben als Schulsozialarbeiter erklärt er mit einer Anekdote. Zum Tag der offenen Tür an der Andert-Oberschule kam ein Vater auf ihn zu, der interessiert war, sein Kind an der Schule anzumelden. Er fragte besorgt, ob denn die Zustände an der Schule tatsächlich so schlimm seien, dass es einen Sozialarbeiter braucht. Genau das Gegenteil sei aber der Fall, sagt Radeck. Als Ansprechpartner sorgt der Schulsozialarbeiter eben dafür, dass es nicht erst zu großen Problemen kommt, er arbeitet sozusagen vorbeugend. Er ist den ganzen Tag an der Schule vor Ort und damit als Ansprechperson präsent, erklärt Radeck. Weil er eben kein Lehrer ist, der Noten verteilt, hätten die Schüler zu einer außenstehenden Person oft mehr Vertrauen. "Da hat man doch eher den Mut, sich Rat und Hilfe zu holen", weiß Uwe Radeck. Er hat sich aber auch zum Ziel gesetzt, die Jugendlichen zu mehr Verantwortung zu ermutigen. So will er einen Klassenrat installieren, wo die Schüler Probleme eigenverantwortlich besprechen und klären können. Eine Idee sind Verkehrsteilnehmerschulungen für die Mopedfahrer unter den Schülern. Uwe Radeck möchte außerdem organisieren, dass sich die verschiedenen Selbsthilfegruppen, die im Stadtteil Oberland aktiv sind, den Schülern vorstellen können. Das muss sich aber nun alles erst einspielen", sagt Uwe Radeck über seine neue Stelle." Gute Kontakte pflegt Uwe Radeck zu den Jugendberatern des IB, die im Oberland ansässig sind. Sie haben ihr Büro direkt gegenüber der Schule, das erleichtert die Zusammenarbeit. 

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Gleichzeitig ist er auch für die Lehrer als Ansprechpartner da. In Löbau hatte er ein regelmäßiges Lehrer-Café organisiert - eine lockere Runde, bei der die Kollegen zusammenkommen und sich austauschen konnten. "Das war sehr beliebt." Auch in Ebersbach hat er das bereits zweimal mit Erfolg angeboten. "Es wird rege genutzt." So ein regelmäßiger Austausch trage auch zum Klima an der Schule bei, ist die Erfahrung des Sozialarbeiters.

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