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Schuljahresstart in Dölzschen auf der Kippe

Eigentlich sollten Kinder und Lehrer ab September in ihrer sanierten Schule lernen. Doch der Hort wird nicht fertig.

Von Lars Kühl

Die Grundschule Dölzschen bleibt in Plauen. Zumindest bis zum Sommer – das ist keine Überraschung. Denn bis dahin läuft planmäßig die Sanierung des historischen Gebäudes an der Robert-Weber-Straße, inklusive des modernen Anbaus.

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Die Chancen, dass das Vorhaben bis zum Beginn des nächsten Schuljahres fertig wird, stehen, gemessen am äußeren Erscheinungsbild, nicht schlecht. Was der Beobachter auf der Dölzschener Höhe beim Lugen durch den Bauzaun erkennt, sieht wirklich schon gut aus. Das markante Türmchen des Hauses, das 1898 eingeweiht wurde, ist ebenso restauriert wie die Fassade schon sandgestrahlt. Wie es drinnen vorwärtsgeht, bleibt allerdings im Verborgenen. Eine Baubegehung verweigerte die Stadtverwaltung trotz mehrmaliger Anfrage durch die Sächsische Zeitung. Der Blick von außen muss genügen.

Und trotzdem gibt es ein Problem für die Schule mit dem Einzugsgebiet bis nach Altfranken und sogar bis Pesterwitz. Am benachbarten Hortgebäude passiert einfach nichts. Weil aber ein Schulbetrieb ohne Hort nicht funktioniert, machen sich einige Eltern schon Sorgen, ob es mit dem Umzug von der Bernhardstraße zurück nach Dölzschen im Sommer klappt. Der Cottaer Ortsbeirat Torsten Nitzsche (CDU) erzählt, dass die Baugenehmigung für das benachbarte Gebäude ewig nicht vorlag. Erst Ende Januar war es soweit.

Doch seitdem haben an dem Haus, hinter dem es zur Begerburg geht, lediglich Abbrucharbeiten begonnen, bestätigt Rathaussprecherin Anke Hoffmann. Deshalb steht bereits jetzt fest: „Der Hortumbau wird erst im Januar 2015 abgeschlossen.“ Was wird nun aus dem Schulbetrieb, der mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. September wieder in Dölzschen aufgenommen werden sollte? „Eine räumliche Trennung von Schule und Hort muss selbstverständlich vermieden werden“, erklärt Stadtsprecherin Nora Jantzen. „Die Verwaltung prüft deshalb derzeit, ob eine befristete Doppelnutzung des Schulgebäudes möglich und durch das Landesjugendamt genehmigungsfähig ist.“ Denn Fakt ist auch: Das Horthaus kann während des Umbaus überhaupt nicht genutzt werden.

Option: Schule weiter in Plauen

Ganz vom Tisch ist außerdem noch nicht, dass die Kinder weiter nach Plauen zum Unterricht fahren. „Die Verlängerung der Auslagerung wäre eine weitere Option“, sagt Jantzen. „Jedoch nur für den Fall, dass die Bemühungen um eine temporäre Doppelnutzung scheitern.“

Dennoch hoffen die meisten Eltern, dass ab September die acht Klassen wieder in Dölzschen lernen können. Dann sollen auch der Speisesaal und die neue Turnhalle im Anbau fertig sein. Heino Neumann ist seit fünf Jahren Sprecher der Elternvertretung der Schule. Er ist der Einzige, der etwas zur stockenden Sanierung, die im Februar vorigen Jahres begann, sagen will. „Wir stehen ständig in Kontakt mit dem Schulverwaltungsamt und Stadträten.“ Der Eigenbetrieb kenne die Forderungen an die Gestaltung des Hortgebäudes und des Außengeländes. Nun müsse man abwarten.

Zur Not sei eben die Doppelnutzung von Schulbetrieb und Hort im neu gemachten Gebäude die vorübergehende Lösung. „Wenn alle an einem Strang ziehen, könnte es etwas werden.“ Über die Umstände der Ausgliederung würden sich die Eltern kaum beschweren. Der Schulbus, der die Kinder zur Bernhardstraße bringt, komme immer pünktlich und die Busbegleiter seien nett. Auch mit dem Hort in Plauen wären die meisten zufrieden. „Die Bedingungen sind gut“, erklärt Neumann. „Aber wir wissen, dass sie in Dölzschen durch die ruhige Lage besser sind.“